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GRADIDO - Die Natürliche Ökonomie des Lebens- Buch von B. Hückstädt mit Bildern von R. Irmscher
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02.08.12 17:38
dlaniar 

Administrator

GRADIDO - Die Natürliche Ökonomie des Lebens- Buch von B. Hückstädt mit Bildern von R. Irmscher







http://gradido.net/Book/c/1/das_buch





Das E-Buch ist ein Geschenk.

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    Weil ich das Buch und die dort vorgetragenen Ideen liebe, habe ich hier das ganze Buch eingefügt. In Absprache mit dem Autor habe ich es ergänzt mit Kommentaren und grafisch gestalteten Überschriften und Texten.

    Dieses Buch mit den von mir eingfügten Kommentaren und Grafiken kann man auch als pdf herunterladen. In der Pdf-Version ist die Schrift deutlich größer als hier im Forum, dadurch ist dann das Größenverhältnis der Grafiken zu der Schrift eher angemessen. Das Layout ist daher gefälliger als es hier im Forum möglich ist.

    Auch meine bunte Version ist "freeware" und darf weiter gegeben werden


    http://www.pachizefalos.de/texte/Gradido-Forum.pdf


Einleitung



Liebe Leserin und lieber Leser,

wenn Sie jetzt dieses Buch zu lesen beginnen, dann hat dies einen ganz bestimmten Grund. Und dieser Grund sind Sie! Sie haben sich soeben entschieden, sich dem Gedanken zu öffnen, dass Wohlstand und Frieden für alle möglich sind, und zwar in Harmonie mit der Natur. Hätten Sie diesen Gedanken nicht für möglich gehalten, wäre das Buch in Ihrem Papierkorb gelandet: im virtuellen Papierkorb Ihres Computers oder im physischen.



Zuletzt bearbeitet am 27.09.13 23:18

02.08.12 18:04
dlaniar 

Administrator

Eine Anleitung wie wir gemeinsam den natürlichen Zustand der überfließenden Fülle zurückerlangen, den wir durch bewusstes oder unbewusstes Fehlverhalten einst verloren hatten.

Sie lesen hier also keine Esoterik oder abgehobenes Zeug, sondern Naturwissenschaft im besten Sinne. Die Methodik, Erfindungen der belebten Natur in die Technik zu übertragen, nennt man Bionik. Jeder Luftfahrtingenieur muss den Flug der Vögel studieren, bevor er seine »Blechvögel« konstruiert. Was in der Technik inzwischen gang und gäbe ist, wurde in den Wirtschaftswissenschaften bisher sträflich vernachlässigt.

Kein Wunder also, dass die Menschheit heute mehr denn je einer Vielfalt von existenzbedrohenden Gefahren ausgesetzt ist: Wirtschafts- und Finanzkrisen, Inflation, Geldcrash, Umweltzerstörung, Not, Hunger, Krankheit, Kriege und Naturkatastrophen.

In der hier vorgestellten Lösung erfahren Sie die Ergebnisse der Wirtschafts-Bionik-Forschung, die wir in der Gradido-Akademie seit über zehn Jahren intensiv betreiben. Und dies aus gutem Grund, denn die Natur ist das Wunderwerk des genialsten Erfinders aller Zeiten: unseres Schöpfers! In allen Kulturen findet man Schöpfungsgeschichten. Je nach Kultur weichen sie etwas voneinander ab. Aber eines ist allem uralten Wissen gemeinsam: es gibt einen genialen Schöpfer, der dieses Wunderwerk vollbracht hat. In der Bibel heißt es, »Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde. Zum Bilde Gottes schuf er ihn«.

Wenn es stimmt, dass wir nach dem Bilde Gottes erschaffen wurden, dann tragen auch wir Menschen Schöpferkraft in uns, und unsere Aufgabe besteht darin, diese zu gebrauchen: zum Wohl des Einzelnen, zum Wohl der Gemeinschaft und zum Wohl des großen Ganzen. Das Dreifache Wohl wird Ihnen in diesem Buch noch vielfach begegnen. Denn nur Entscheidungen und Handlungen, die diesen drei Kriterien genügen, sind es wert, in der Natürlichen Ökonomie des Lebens in Betracht gezogen zu werden.

Was Sie in diesem Buch erwartet

Im ersten Kapitel lesen Sie über Dinge, die zurzeit schief laufen auf unserer Erde. Sie werden einiges darüber erfahren, warum die Zustände heute noch so sind und warum es garantiert nicht mehr so weitergehen wird. Dabei werden wir uns jeder Schuldzuweisung enthalten. Wir alle haben dieses Spiel mitgespielt. Zwar haben wir im Theater des Lebens verschiedene Rollen gespielt, doch wir haben mitgespielt. Allen Mitspielern gilt unsere größte Wertschätzung und Anerkennung.

Im zweiten Kapitel entführt Sie ein sehr guter Freund auf den Planeten »Freegaia« am Rande der Galaxis, auf dem die Natürliche Ökonomie des Lebens bereits eingeführt ist und den Bewohnern weltweiten Wohlstand bringt, in Frieden und in Harmonie mit der Natur. In der unterhaltsamen visionären Kurzgeschichte erfahren Sie, wie die Welt dort früher war, wie das neue Wirtschaftsmodell funktioniert und wie sich der friedliche Übergang vollzog. Freuen Sie sich auf die Kurzgeschichte »Joytopia«!

Zuletzt bearbeitet am 18.09.12 23:44

02.08.12 18:05
dlaniar 

Administrator

Im dritten Kapitel lernen Sie etwas über die Methodik, wie Sie sich ganz bewusst von alten Denkstrukturen lösen und neue zulegen können. Danach werden wir gemeinsam die Aussagen der Joytopia-Geschichte analysieren, ergänzen und zu einem Wirtschaftsmodell zusammenfügen. Das ist gar nicht so schwer. Denn alles Geniale ist in seiner Grundidee einfach. Und glauben Sie mir: die Natur ist genial!

Im vierten Kapitel werden Sie die hundert wichtigsten Vorteile der Natürlichen Ökonomie des Lebens kennen lernen. Ein Vorteil folgt oft aus dem vorhergegangenen. Auf diese Weise entstehen aufwärts führende Möglichkeits-Spiralen, die uns bei jeder Umdrehung ein großes Stück weiter nach oben tragen. Wenn Sie einmal gelernt haben, in positiven Möglichkeits-Spiralen zu denken, können Sie Ihr persönliches Leben und Ihr gesamtes Umfeld nachhaltig zum Positiven verändern.

Im fünften Kapitel packen wir es gemeinsam an. Was kann jeder von uns mit einfachen Mitteln tun, so dass wir schon bald weltweiten Wohlstand und Frieden genießen können, in Harmonie mit der Natur? Erfreulicherweise ist dies das kürzeste Kapitel, denn Sie brauchen gar nicht viel zu tun. »Wu wei, Tun durch Nicht-Tun«, ein Begriff aus der chinesischen Philosophie des Dao lässt uns von blindem Aktionismus Abstand nehmen und weist uns den Weg der »Enthaltung eines gegen die Natur gerichteten Handelns«.

Anstatt eines Schlusswortes erzähle ich Ihnen dann noch eine Geschichte aus der Zukunft. Die dreizehnjährige Pia fragt ihre Großeltern: „Wie habt ihr das geschafft?“

Ein Geschenk



Gradido ist eine Initiative von Menschen, die sich das freie Denken und Fühlen noch bewahrt oder, besser gesagt, wieder angeeignet haben. Der Autor und seine Lebensgefährtin haben viele Jahre ihres Lebens investiert, um herauszufinden, wie die Natur funktioniert und welche der genialen Erfindungen der belebten Natur sich eignen, ein neues Wirtschaftsmodell zu formen: ein Geld- und Wirtschaftsmodell, das die Basis bildet für weltweiten Wohlstand in Frieden und in Harmonie mit der Natur. Das Forschungsprojekt Gradido zählt zur Zeit mehrere tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer.



02.08.12 18:15
dlaniar 

Administrator

In der Tradition vieler indigener Völker muss eine Gabe weitergegeben werden, damit sie ihren Wert behält oder sogar vermehrt. So ist es auch mit diesem Buch. Indem Sie es weitergeben, zirkuliert die Gabe, vermehrt ihren Wert und kann Ihnen, Ihren Mitmenschen und den nachfolgenden Generationen ein Leben ermöglichen, von dem Sie bisher nicht einmal zu träumen wagten. Es beinhaltet unschätzbares Wissen, das mithilft, der Menschheit nicht nur das Überleben zu ermöglichen, sondern sogar einen Quantensprung in ihrer Entwicklung zu vollbringen: in Richtung auf die Wiedererlangung des Paradieses auf Erden – so wie es (für Christen - R.I.) der Schöpfer einst für die Menschen aller Kulturen und Religionen vorgesehen hatte.

Wenn Sie das Geschenk erwidern wollen, indem Sie das Forschungsprojekt, die Gradido- Akademie und ihre Initiatoren bei ihrer Arbeit unterstützen, dann fühlen Sie sich frei, dies zu tun. Jeder Betrag hilft uns weiter.

Hier unsere Konten:
Volksbank Hohenlohe, BLZ 620 918 00, Kto.Nr. 54 444 004
BIC (SWIFT): GENODES1VH, IBAN: DE51 6209 1800 0054 444004
Konto-Inhaber: Joytopia, Gradido
oder PayPal:
akademie@joytopia.net




Und jetzt bitte ich Sie, die Ablage vor Ihrem Sitz einzuklappen, die Rückenlehne gerade zu stellen und den Sicherheitsgurt anzulegen. Wir rollen nun gemeinsam auf die Startbahn in eine Zukunft, in der nichts mehr so sein wird wie früher. In eine Zukunft, in der Ihre Enkel einst stolz sein werden auf Sie, weil Sie mitgeholfen haben, das Ruder doch noch rechtzeitig herum zu reißen und die Reiseroute zu ändern: von der Höllenfahrt zurück auf den Weg zum Paradies auf Erden.

Doch solange wir uns noch am Boden befinden, machen wir Sie mit einigen Instruktionen vertraut. Sie erfahren, warum die Zustände heute so sind wie sie sind und warum es garantiert nicht mehr so weitergeht ...





»Wir sind Sternenstaub, wir sind golden, gefangen im Geschäft mit dem Teufel,
und wir müssen zum Garten Eden zurückkehren.«
(We are stardust, we are golden, we are caught in the devil's bargain,
and we got to get ourselves back to the garden.)
– aus dem Lied »Woodstock«
von Joni Mitchell


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Die derzeitige vom Menschen konstruierte Wirtschaft funktioniert ganz anders als die Natur. Besser gesagt: sie funktioniert nicht! Denn wenn in der heutigen Zeit zwei Drittel der Menschheit unterhalb der Armutsgrenze leben, 24.000 Menschen pro Tag verhungern und dabei gleichzeitig unsere Umwelt zerstört wird, kann man nicht von einem funktionierenden Wirtschaftssystem sprechen.

Im ersten Kapitel sprechen wir daher über einige Dinge, die schief laufen auf dieser Erde. Wir werden einiges darüber erfahren, warum die Zustände heute noch so sind und warum es garantiert nicht mehr so weitergehen wird. Dabei werden wir uns jeder Schuldzuweisung enthalten. Wir alle haben dieses Spiel mitgespielt. Zwar haben wir im Theater des Lebens verschiedene Rollen gespielt, doch wir haben mitgespielt. Allen Mitspielern gilt unsere größte Wertschätzung und Anerkennung.

Zuletzt bearbeitet am 04.07.13 18:56

02.08.12 22:48
dlaniar 

Administrator



Wussten Sie, dass unser derzeitiges Geld in erster Linie durch Schulden geschöpft wird?

Vereinfacht kann man sich das folgendermaßen vorstellen: zwei Leute haben jeder ein Bankkonto, beide mit dem Kontostand »Null«. Nun machen die beiden ein Geschäft miteinander, und der eine überweist dem anderen anschließend 100 €. Danach hat einer plus100 €auf seinem Konto und der andere hat minus100 €Kontostand. Auf diese Art und Weise wurde Geld geschöpft, das vorher noch nicht da war. In der Fachsprache nennt man dies Giralgeld-Schöpfung. Würden die beiden Personen anschließend ein Gegengeschäft machen, in genau derselben Höhe, so wären die Kontostände wieder ausgeglichen, und das gerade geschöpfte Geld wäre verschwunden. Man könnte sich auch vorstellen, dass ganz viele Menschen sich am Markt beteiligen, und die Transaktionen sich mehr oder weniger ausgleichen. Ein perfektes Zahlungssystem also?

Einige Leute werden am Markt erfolgreicher sein als andere. Das wird dazu führen, dass sich immer mehr Geld auf ihre Konten konzentriert, während die anderen die dazugehörigen Schulden haben. In diesem System bedeutet der Reichtum des Einen immer die Schulden von vielen anderen. Ja, es bedeutet sogar, dass Wirtschaften nur mit Schulden möglich ist. Und da die Erfolgreichen ständig ihre Fähigkeiten verbessern und damit noch mehr Geld einnehmen, wird die Konzentration des Geldes immer stärker.

Nun könnten einige der bisher weniger Erfolgreichen auf die Idee kommen, ebenfalls ihre Fähigkeiten zu verbessern, um auf diese Art und Weise das Geld auf ihre Mühlen zu lenken. Dem einen oder anderen kann dies mit großen Kraftanstrengungen gelingen. Von diesen Menschen liest man dann in den berühmten Erfolgs-Stories. Doch die große Mehrheit kann es schon vom System her nicht schaffen. Denn das Schuldgeld-System verlangt, dass die Mehrheit Schulden haben muss, um die Guthaben einiger weniger auszugleichen. Um diese Tatsache zu verschleiern, tragen die Staaten die Schulden stellvertretend für ihre Bürger. Praktisch alle Staaten sind verschuldet, selbst und gerade auch die reichen Länder. Und mehr als zwei Drittel der Menschheit leben unterhalb der Armutsgrenze.

Die großen Vermögen dieser Welt konzentrieren sich auf einige wenige superreiche Familien. Doch bevor wir jetzt auf die Idee kommen, diesen Familien die Schuld zuzuschieben, halten wir uns vor Augen, dass wir alle Mitspieler in diesem großen Spiel sind.

Gäbe es diese wenigen superreichen Familien nicht, wären immer noch manche Menschen cleverer als andere und würden die Geldströme auf ihre Mühlen lenken. Die Verhältnisse wären genauso wie jetzt, nur die Namen der Superreichen würden anders lauten.



Zuletzt bearbeitet am 18.09.12 23:55

02.08.12 22:55
dlaniar 

Administrator

Vielfach wird behauptet, die jetzigen Verhältnisse kämen durch Zins und Zinseszins zustande. Es ist zwar richtig, dass Zins und Zinseszins die Entwicklung verstärken, doch die jetzigen Verhältnisse wären auch ohne Einführung des Zinses so gekommen. Machen wir uns nichts vor: es gibt Länder, da ist der Zins verboten. Doch auch in diesen Ländern gibt es einige wenige Superreiche und sehr viele arme Menschen. Zins und Zinseszins sind nicht der »Hauptfehler des Geldsystems«. Sie verstärken lediglich die logischen Folgen, die in jeder Form der Kredit-Geldschöpfung auftreten müssen.

„Wenn dem so wäre“, höre ich Sie jetzt sagen, „dann müsste doch nahezu jeder Mensch Schulden auf seinem Bankkonto haben. Doch gerade die Ärmsten der Armen haben nicht einmal ein Bankkonto“. Damit haben Sie vollkommen recht, liebe Leserin und lieber Leser. Doch ich erwähnte es bereits: stellvertretend für ihre Bürger haben die Staaten die Schulden auf sich genommen. Sie konnten gar nicht anders, denn die Mathematik verlangt es so. Das ist der Grund, wieso praktisch alle Staaten dieser Welt hoch verschuldet sind.

Das heißt, noch bevor ein neugeborenes Kind seine Eltern mit dem ersten Schrei beglücken kann, ist es mit 20.000 Euro verschuldet.

Den Kapitaldienst für diese Schulden wird es im Laufe seines Lebens in Form von Steuern und anderen Abgaben zu leisten haben. Der größte Teil der Arbeitsleistung eines Menschen geht in diesen Kapitaldienst, damit die Schulden bedient werden, die er nicht einmal auf seinem Konto sieht. Nicht nur die Steuern sind hoch. Auch in den Preisen ist der Kapitaldienst versteckt. Denn auch die Unternehmen haben ihr Geld entweder von der Bank oder von Aktionären, die sogar eine höhere Rendite erwarten als sie bei einer Bank bekommen hätten. Dazu kommen die Steuern, die die Unternehmen selbst bezahlen müssen. Selbst wenn clevere Unternehmen relativ wenig Steuern zahlen, so zahlen sie doch Löhne und Gehälter, und diese sind hoch besteuert.

02.08.12 23:09
dlaniar 

Administrator

Man kann relativ gut leben in diesem System, wenn man ein gutes Einkommen hat. Und in einem Sozialstaat wie in Deutschland können auch Menschen ohne Arbeitseinkommen leben – durch Sozialhilfe. Die Sozialhilfe wird vom Staat bezahlt, der sich dadurch entweder zusätzlich verschuldet oder das Geld durch höhere Steuern hereinholen muss. Das wiederum schürt die Neid-Debatten, die uns hinlänglich bekannt sind. Doch das soziale Netz wird auch in Ländern wie Deutschland immer dünner, ganz zu schweigen von den armen Ländern.

Bleiben wir einen Moment noch bei den so genannten »guten« Einkommen. Gut bedeutet in diesem Zusammenhang »mehr als der Durchschnitt«. Dieses kleine Wörtchen »mehr« trägt eine enorme Sprengkraft in sich. Denn mehr als der Durchschnitt zu haben bedeutet, dass die Mehrheit weniger hat. Grundsätzlich wäre daran ja nichts Schlechtes. Die Menschen sind unterschiedlich und haben auch unterschiedliche Bedürfnisse. Doch wenn man mehr haben muss als andere, nur um ein einigermaßen angenehmes Leben führen zu können, dann bedeutet das, dass die Mehrheit kein angenehmes Leben führt. Und da jeder Mensch das natürliche Interesse hat, ein angenehmes Leben zu führen, ist der Konflikt vorprogrammiert. Sein Name lautet »Konkurrenzkampf«.

Fassen wir bis hierher zusammen:
• Unser Geld wird zum größten Teil durch Schulden geschöpft.

• Da einige Menschen geschickter mit Geld umgehen als andere, konzentriert sich immer mehr Geld auf einige Wenige, während sich die restlichen Vielen die Schulden teilen müssen, sei es in Form von Privatschulden oder Staatsschulden.

• Dies führt zu immer härterem Konkurrenzkampf der Menschen untereinander.





Konkurrenzkampf beginnt bereits im Klassenzimmer. Wer später etwas werden will, sollte besser sein als der Durchschnitt. In meiner Schulzeit hatte man seinen Nebensitzer noch abschreiben lassen. Dieses kameradschaftliche Verhalten ist heutzutage selten. Der Schulkamerad ist zum Konkurrenten geworden.

Doch halt, hier muss ich mich korrigieren. Der Konkurrenzkampf ist in vielen Fällen entschieden, noch bevor die Kinder zur Schule gehen. Denn bereits die Herkunftsfamilie ist ausschlaggebend dafür, welche Laufbahn das Kind später einmal einschlagen wird. Wir haben eine Klassen-Gesellschaft. Ob das Kind später zur »Upper Class« gehört, zur Arbeiterklasse oder zu den Sozialhilfeempfängern, dafür sind die Weichen im Großen und Ganzen bereits von Geburt an gestellt. Es gibt zwar immer wieder Traumkarrieren, aber das sind nur ganz wenige.

    Anmerkung von Rainald Irmscher

    Mich erschreckt dieser Satz: Konkurrenzkampf beginnt bereits im Klassenzimmer.

    Nicht wegen der Ausssage, dass Konkurrenzkampf in Schule stattfindet, das ist wahrlich so!

    Mich erschreckt die Selbstverständlichkeit, wie auch hier Schule als Normalität erwähnt wird.

    Schule ist keine artgerechte Haltung junger Menschen!

    In einer lebendigen Demokratie (Frances Moore Lappé) darf nicht die Organisationsform beibehalten werden, die in alten Kadettenanstalten entwickelt wurde zur Erziehung von Untertanen:
    - Altersgleiche Gruppen mit über 20 Kindern
    - Fachlehrer-Prinzip
    - 45 Minuten-Rhythmus
    usw.

    Wenn dort offen oder unterschwellig Konkurrenzkampf stattfindet, dann zeigt das, dass ein solches System weit davon entfernt ist, die Fähigkeiten jedes Einzelnen optimal zu fördern!

    Die wichtigste Frage ist:


    Oder vom Lehrer: Was braucht dieser Mensch jetzt?

    Und die wird kaum gestellt, wenn mehr als zwanzig gleichaltrige junge Menschen in einem Raum zusammen gepfercht werden und im 45-Minuten-Rhythmus von immer wieder anderen Lehrkräften belabert werden.



    Allerdings verwendet Postman das Wort education und nicht das deutsche Wort Erziehung, das schon als Begriff gründlich hinterfragt werden könnte . . . (Am liebsten würde ich es ersetzen, aber womit?)



    Das System Schule wurde entwickelt zur Vermittlung von Wissen. Ob es dazu taugt, ist überhaupt nicht sicher.
    Wissen zu erwerben geht sicher besser ganz anders als über eine Belehrung.


    Aber es geht nicht um Wissensvermittlung. Wir brauchen mehr empathische Menschen, mehr Menschen, die mit ihren eigenen Gefühlen umgehen können - sozial kompetente Menschen. (Gewaltfreie Kommunikation ist ein guter Weg dahin! oder auch Programme wie das in dem nächsten Link.)

    http://www.pachizefalos.de/8-schritte-programm.htm


Ende der Anmerkung
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Zuletzt bearbeitet am 16.08.13 00:40

02.08.12 23:32
dlaniar 

Administrator



Gehen wir nun einen Schritt weiter. Der immer härtere Konkurrenzkampf findet natürlich im Kleinen genauso statt, wie im Großen. Auf der Ebene der einzelnen Menschen bedeutet er immer weiter auseinanderklaffende Klassenunterschiede. Auf der Ebene der Unter-nehmen erleben wir einen immer härteren Verdrängungswettbewerb und feindliche Übernahmen. Die Großen fressen die Kleinen. Und auf der Ebene der Nationalstaaten zeigt sich der Konkurrenzkampf in Form von Kriegen (Wirtschaftskriege und bewaffnete Auseinandersetzungen). Die meisten Kriege werden zur Zeit geführt, entweder um Zugriff auf wichtige Ressourcen wie zum Beispiel Öl zu bekommen oder um die eigene Machtposition zu stärken.

»Wenn einer draußen den anderen nicht schlägt, weil er das Gefühl hat, er sollte Jesus spielen, wird er selbst geschlagen. Das ist eine ganz simple Wahrheit.«
– Helmut O. Maucher, dt. Topmanager

Wer hierbei bis jetzt immer zu kurz gekommen ist, das ist die Natur. Doch das Maß ist inzwischen übervoll. Die Natur beginnt sich immer stärker zu wehren. Wir erleben dies in der Zunahme der Naturkatastrophen weltweit. Kein Ort auf der Erde ist mehr sicher.

Und wer ebenfalls zu kurz kommt, das sind die »kleinen« Menschen. Sie hatten schon immer die Spiele der »Großen« auszubaden. Doch hüten wir uns auch hier vor Schuldzuweisungen! Auch die »Kleinen« haben ihren Teil zum großen Spiel beigetragen, und sei es nur, dass sie dieses Spiel bis jetzt mitgespielt haben.

Möglicherweise musste auch alles so kommen, damit die Menschheit in ihrer Evolution voranschreiten kann. Anders wäre es kaum erklärlich, dass die Natur so lange zugeschaut und sich nicht früher gewehrt hat. Wenn wir davon ausgehen, dass unser Universum und unsere Erde nicht durch Zufall entstanden sind, sondern dass sich hier ein höherer Plan
offenbart, dann dürften auch die heutigen Zustände Teil dieses Planes sein. Um uns weiter zu entwickeln, müssen wir unsere Komfortzone verlassen. Bis jetzt verlassen die meisten Menschen erst dann ihre Komfortzone, wenn es beginnt, richtig weh zu tun. Wenn wir uns nicht freiwillig weiterentwickeln, wird ein uns liebender Schöpfer möglicherweise etwas nachhelfen müssen.

Zuletzt bearbeitet am 12.09.12 11:38

02.08.12 23:40
dlaniar 

Administrator

Und wenn es gar keinen Gott gibt?


    Kommentar des Moderators:
    Und wenn es überhaupt keinen Gott gibt, können wir doch zu der Erkenntnis kommen, dass es so nicht weiter geht . . .

02.08.12 23:49
dlaniar 

Administrator


– Tim Crull, Chief Executive Officer Nestlé USA

Vor einiger Zeit hörte ich einen interessanten Beitrag im Radio. Es wurde berichtet, dass drei große deutsche Automobilmarken im vergangenen Jahr Rekordgewinne eingefahren hätten. Dabei war Daimler-Benz an dritter Stelle. Anstatt sich über dieses gute Ergebnis zu freuen, kritisierten die Anleger die Geschäftsleitung dafür, dass es Daimler-Benz nicht gelungen war, auf den ersten Platz zu kommen.

Die Idee des Konkurrenzkampfs oder des Wettbewerbs beruht auf einer Illusion. Es wird suggeriert, dass jeder es schaffen kann, an die Spitze zu kommen. Dafür werden dann rührende Beispiele angeführt: Menschen, die in ärmlichen Verhältnissen aufwuchsen, schaffen es durch persönlichen Einsatz und etwas Glück zum Millionär. Popstar, Schauspieler, Sportler, Internet-Milliardär, Industrieller... das Märchen des Tellerwäschers, der zum Millionär wird, ist immer noch sehr beliebt. Die wenigen Menschen, die dies geschafft haben, können wir fast an einer Hand abzählen. Die anderen sieben Milliarden passen dagegen nicht in die Hand. Der menschliche Verstand lässt sich ganz schön an der Nase herum führen. Unsere Industriegesellschaft ist ein Pyramidenspiel; ein Kartenhaus, das auf Konkurrenzkampf aufgebaut ist und auf die Lüge, jeder könne es schaffen, an die Spitze zu kommen.

Und da jeder damit beschäftigt ist, sich und seine Familie zu ernähren, Karriere zu machen und ein Stückchen vom großen Reichtum abzubekommen, gönnen sich nur wenige Menschen Zeit, einen Schritt zurückzutreten um sich das ganze Spiel aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Wer es dennoch tut, sollte vorsichtig sein, denn es könnte gefährlich werden! Wenn man erst einmal das Spiel durchschaut hat, fällt es möglicherweise schwer, weiterhin noch mitzuspielen. Doch nach und nach wird alles offensichtlicher. Immer mehr Menschen erkennen, dass das alte Spiel nicht mehr funktionieren kann, und dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Kartenhaus zusammenfällt. Ein evolutionäres Zeitfenster beginnt sich zu öffnen: immer mehr Menschen merken, dass das Alte nicht mehr funktioniert, und suchen nach Lösungen. Und die gibt es! Zwar wurden wir über die Jahrtausende so an den Konkurrenzkampf gewöhnt, dass nun auch die Lösungswege miteinander konkurrieren. Schließlich kennen wir ja noch nichts anderes, und Kooperation will erst gelernt sein. Doch Dankbarkeit und Wertschätzung anderen Ideen und anders denkenden Menschen gegenüber wachsen beständig. Die guten Zeiten für »Weltverbesserer« haben begonnen.

Lasst uns nun noch eine Stufe tiefer gehen und fragen, welche Dogmen, Illusionen und Konzepte dazu geführt hatten, Geld durch Schulden zu schöpfen und dem Konkurrenzkampf einen so hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft einzuräumen.

Zuletzt bearbeitet am 19.11.12 19:35

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