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GRADIDO - Die Natürliche Ökonomie des Lebens- Buch von B. Hückstädt mit Bildern von R. Irmscher
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02.08.12 23:57
dlaniar 

Administrator

Das Null-Summen-Dogma und das Konzept der Negativität




Die lebendige Natur, so wie wir sie erleben, ist immer positiv. Negative Zahlen sind ein mathematisches Konzept, um komplexe Vorgänge einfach beschreiben zu können. Doch in der für uns erlebbaren Natur kommen sie nicht vor. Oder haben Sie schon einmal einen Apfelbaum gesehen, an dem minus hundert Äpfel hingen? Wohl kaum. Alles Materielle, das wir kennen, ist in einer positiven Menge vorhanden. Entweder es hängt eine positive Anzahl Äpfel am Baum, oder es hängt kein Apfel dran.

Wenn die Natur neue Produkte erschafft, zum Beispiel Äpfel, dann entstehen nicht auf einer anderen Seite negative Äpfel. Der Apfelbaum muss nicht erst einen Kredit aufnehmen, um Äpfel produzieren zu können. Und er muss dafür auch keine Steuern bezahlen. Er lebt einfach seinem Wesen entsprechend im Einklang mit der ihn umgebenden Natur – und dadurch geschieht Schöpfung.

Dagegen wird unser Geld, wie bereits beschrieben, durch Schulden erschaffen. Des Einen Guthaben sind des Anderen Schulden. Des Einen Haben ist des Anderen Soll, oder mathematisch ausgedrückt: des Einen Plus ist des Anderen Minus. In der Summe gleichen sich Guthaben und Schulden aus. Sie ergeben zusammen die Summe »Null«. Diesen Sachverhalt nennt man in der Wirtschaftslehre das Gesetz der Bilanz. Und in der Spiele-Theorie handelt es sich um ein so genanntes »Null-Summen-Spiel«. Dahinter steckt die Weltanschauung, dass der Mensch selbst keine schöpferischen Fähigkeiten hat, also nichts kreieren kann. Nach dem Null-Summen-Dogma muss man auf der einen Seite etwas wegnehmen, wenn man auf einer anderen Seite etwas hinzufügen will.

Deshalb erscheint es uns völlig selbstverständlich, dass wir die Natur berauben müssen um uns Komfort zu schaffen; dass wir die Menschen in den Dritte-Welt-Ländern ausbeuten müssen um uns Wohlstand zu schaffen – kurz gesagt: dass andere verlieren müssen, wenn wir gewinnen wollen.

Wahrscheinlich ist Ihnen das Null-Summen-Dogma bisher gar nicht aufgefallen. Es begegnet uns immer und überall im Leben, so dass wir es für ganz selbstverständlich halten. Der menschliche Verstand ist gewöhnt, in Gegensätzen zu denken: rechts und links, oben und unten, arm und reich, hell und dunkel, tot und lebendig. Um diese Gegensätze beziffern zu können, wurden die negativen Zahlen erfunden. Die Zahl »Null« repräsentiert dabei den mittleren bzw. »normalen« Zustand.

Zuletzt bearbeitet am 19.11.12 19:36

03.08.12 00:12
dlaniar 

Administrator

Beispiele für vermeintliche Negativität oder Gegensätze:

Der Nullpunkt der Temperaturmessung wurde willkürlich auf den Gefrierpunkt des Wassers gelegt. Damit hat man positive und negative Temperaturen definiert. Das ist für uns im täglichen Leben zwar praktisch, denn wir markieren damit den für uns wichtigen Unterschied »Wasser – Eis«, doch in Wirklichkeit wird der absolute Nullpunkt nirgendwo erreicht. Man kann sich ihm nur mit großem Aufwand annähern. Der Gefrierpunkt des
Wassers liegt tatsächlich bei (plus) 273° Kelvin.

Die Ladung der Elektronen hat man willkürlich als negativ definiert. Der Minuspol in der Elektrizität bezeichnet in Wirklichkeit einen Überschuss an Elektronen, der dem Ausgleich zustrebt.

Tag und Nacht werden als Gegensätze empfunden. Dabei sind sie nur die beiden Seiten unserer Erde. Auch Schatten ist nicht das Gegenteil von Licht. Schatten sind Orte mit weniger Licht, als die Umgebung.



Was ist der biologische Unterschied zwischen einem Afrikaner und einem Europäer? Im Wesentlichen nur die Hautfarbe. Zu 99,99 % dürften beide Menschen-Rassen gleich sein. Doch der menschliche Verstand pickt sich den kleinen Unterschied von 0,01% heraus, um einen Gegensatz zu konstruieren und – schlimmer noch – Rassenkonflikte daraus abzuleiten.

Wie groß wird wohl der Unterschied der beiden christlichen Konfessionen sein? Wahrscheinlich auch nicht größer als 0,01%. Und doch wurden dafür Glaubenskriege geführt und unzählige Menschen lebendig verbrannt.

Menschen verschiedener Religionen, Weltanschauungen und politischer Auffassungen sind immer noch Menschen. Der Unterschied zwischen ihnen wird die 0,01%-Marke nicht einmal annähernd erreichen.

Unser Verstand ist ein äußerst präzises Instrument, wenn es gilt, feinste Unterschiede zu erkennen. Die Gemeinsamkeiten erkennen wir allerdings besser mit unserem Herzen.



lässt Antoine de Saint-Exupéry seinen Kleinen Prinzen sagen.

Könnte es sein, dass wir mehr Herz in unsere Wirtschaft bringen müssen, wenn wir die gemeinsamen Interessen der Menschen und der Natur nachhaltig fördern wollen?


    • Das Null-Summen-Dogma ist widernatürlich. Es führt zu Raub, Ausbeutung und
    Kampf.
    • Die für uns erlebbare lebendige Natur ist immer positiv.
    • Der Verstand nimmt Unterschiede war, das Herz Gemeinsamkeiten.
    • Wir brauchen ein Geld- und Wirtschaftssystem, bei denen sich Herz und Verstand
    symbiotisch ergänzen.






Aus dem Null-Summen-Dogma folgt die Grundannahme, dass nicht genug für alle da sei: die Grundannahme der Knappheit. Die Volkswirtschaftslehre wird oft definiert als die »Lehre der Verteilung knapper Güter«.

Was ist eine Grundannahme? In wissenschaftlichen Arbeiten ist es gängige Praxis, von Grundannahmen auszugehen. Das sind Gegebenheiten, von denen man annimmt, dass sie allgemein gültig seien. Ist die Grundannahme richtig, kann man darauf Theorien aufbauen und wichtige Schlussfolgerungen daraus ziehen. Stellt sich jedoch die Grundannahme als falsch heraus, dann fällt das ganze Gedankengebäude zusammen wie ein Kartenhaus.

Eine beliebte Methode, um uns die Grundannahme der Knappheit plausibel zu machen, besteht darin, an unsere Gier zu appellieren. Man suggeriert uns Wünsche nach Dingen die keiner braucht. Ferrari, Rolex-Uhr, Villa mit Swimmingpool..., solche Dinge sind ja
ganz nett; und selbstverständlich kann sie nicht jeder besitzen. Aber sind sie es wert, darauf ein Dogma aufzubauen, auf Grund dessen jeden Tag 24.000 Menschen verhungern? Rechtfertigen sie diesen Massenmord?

Es kommt noch schlimmer: um das Gedankengebäude der Volkswirtschaftslehre nicht gänzlich zusammen fallen zu lassen, muss man die Knappheit mit allen Mitteln aufrechterhalten – notfalls mit Gewalt. Viele Güter werden künstlich verknappt, die von Natur aus im Überfluss vorhanden waren.

Trinkwasser

Natürliche Bäche werden in die Kanalisation geleitet. Luft und Böden werden durch Chemie vergiftet, so dass die Quellen toxisch belastet werden. Immer weniger Quellen liefern daher Trinkwasser. Dazu kommt, dass durch die unnatürliche Landwirtschaft der Wasserspiegel weiter absinkt und die Böden korrodieren. Öffentliche Wasserversorgungen werden nach dem Modell des Cross-Border-Leasing ins Ausland verkauft (z.B. von Deutschland nach USA) und müssen dann zurückgemietet werden.

Land

Immer mehr Fläche wird zubetoniert. Der Regenwald wird abgeholzt. Verbleibende landwirtschaftliche Flächen werden für die Biosprit-Produktion genutzt und fallen für den Lebensmittel-Anbau aus.

Saatgut

Das von der Natur geschaffene Saatgut wird durch Gen-Manipulation zerstört und in sogenanntes »Terminator-Saatgut« umgewandelt. Die Samen der Pflanzen, die daraus keimen, sind selbst nicht mehr keimfähig.

Zuletzt bearbeitet am 17.09.12 21:48

05.08.12 16:49
dlaniar 

Administrator


    hier eine Anmerkung des Administrators.
    Auch ohne Gen-Manipulation ist der Saatgut-Markt extrem einengend:

    Sogenannte F1-Hybriden bringen nur bei der ersten Aussaat gute Erträge, die Ergebnisse der Folgesaaten sind minderwertig.

    Das Bundessortenamt legt fest, welche Sorten gehandelt werden dürfen. Die Auswahl geschieht durchaus nicht nur nach den Interessen der Verbraucher, die dort keine Lobby haben. (in Österreich gibt es einen Verein, der bei der Erhaltung alter Kulturpflanzen beachtliche Erfolge hat: http://www.arche-noah.at/etomite/

    Der Skandal, dass Patente vergeben wurden für Sorten, also für Lebewesen, führt mit zu der Massenverelendung in Indien und vielen anderen Ländern.
    http://www.ag-friedensforschung.de/regio...en/kapital.html

05.08.12 16:59
dlaniar 

Administrator

Nahrung
Die oben genannten Punkte führen alle bereits zu künstlicher Verknappung der Nahrung.
Es wird uns suggeriert, dass die Welt-Ernährung nur mit Chemie und so genannter »Grüner Technologie« (Gentechnik) gewährleistet werden kann. Das Gegenteil ist der Fall.



Und es geht noch weiter...

Bienensterben
Zur Zeit sterben immer mehr Bienen an einer unbekannten Krankheit. Ohne Bienen keine natürliche Bestäubung der Blüten und damit keine natürlichen Früchte, keine natürliche Vermehrung der Pflanzen. Es sollte uns nicht wundern, wenn die Gen-Industrie mit weiteren „Grünen Technologien“ Lösungen für teures Geld verspricht.

Massentierhaltung
Der übertriebene Konsum tierischer Produkte (Fleisch, Milch, Eier usw.) verursacht nicht nur unvorstellbares Leid bei den betroffenen Tieren. Die Massentierhaltung stellt zudem eine weitaus höhere Umweltbelastung dar, als alle Autos zusammen. Generell verbraucht die Produktion tierischer Produkte ein Vielfaches mehr an Ressourcen wie Wasser und Energie, als pflanzliche Nahrung mit gleichem oder besserem Nährwert. Mit vorwiegend pflanzlicher Ernährung könnten wir über dreißig mal so viel Menschen weltweit satt bekommen, die sich damit außerdem noch abwechslungsreicher, schmackhafter und gesünder ernähren würden.

Energie
Anstatt die Erforschung und Entwicklung wirklich alternativer umweltfreundlicher Energiequellen zu fördern, nimmt man die Verknappung des Erdöls zum Vorwand, um für den Anbau von Biosprit wertvolle Agrarflächen zu verschwenden und zusätzlichen kostbaren Regenwald abzuholzen.

Luft
Apropos Regenwälder – die grüne Lunge der Erde! Was geschieht, wenn einem Organismus die Lungen zerstört werden? Richtig: Er erstickt. Durch die Abholzung der Regenwälder drohen wir uns selbst zu ersticken. Dazu kommen Abgase aus Industrie, Verkehr und Massentierhaltung.
Wir könnten noch viele Beispiele anbringen. Doch es geht hier nicht um Vollständigkeit, sondern es soll das Prinzip verdeutlicht werden.

Fassen wir wieder zusammen

    • Das Null-Summen-Dogma ist gegen die Natur. Die für uns sichtbare lebendige
    Natur ist immer positiv.
    • Aus dem Null-Summen-Dogma entsteht Ausbeutung – sowohl der Natur als auch
    der Mitmenschen.
    • Die Grundannahme der Knappheit führt zu einer widernatürlichen Volkswirtschaftslehre, deren Anhänger nicht davor zurückschrecken, nahezu alle Güter unseres Lebens künstlich zu verknappen.










Die lebendige Natur wächst ständig. Jede Zelle und jede Pflanze, jedes Tier und jeder Mensch, alle haben sie eines gemeinsam: Wachstum. Innerhalb von sieben Jahren wachsen alle unsere Körperzellen nach. Das ist die eine Hälfte der Wahrheit – hier die andere:

Die lebendige Natur vergeht ständig. In dem Maße, wie die neuen Zellen nachwachsen, sterben die alten ab. Diesen Vorgang nennen wir den Kreislauf des Lebens, den Kreislauf von Werden und Vergehen. Ohne Vergänglichkeit wäre unsere Erde schon längst aus allen Nähten geplatzt. Der Kreislauf von Werden und Vergehen ist ein Garant dafür, dass einerseits von allem genug da ist, andererseits alles Überflüssige verschwindet. Ein sich selbst regulierendes System.

Was hat die Volkswirtschaftslehre davon gelernt? Leider gar nichts! Der einseitige Wachstumswahn führt zu immer mehr Ausbeutung, Umweltzerstörung, Verdrängungswettbewerb – und zu Krieg um die immer weniger verbleibenden natürlichen Ressourcen.

Vielleicht war das einseitige Wachstum noch ganz sinnvoll, als nur wenige Menschen die Erde bevölkerten. Auf diese Weise konnten sie sich über den ganzen Erdball ausbreiten. Doch wir wissen, dass natürliche Systeme sich umstellen müssen, wenn sie an die Grenzen des Wachstums stoßen. Versuchen sie weiter zu wachsen, kollabieren sie.

Auch hier zeigt uns die Natur, wie es geht. Das Zauberwort heißt Symbiose. Die verschiedenen Mitglieder eines Ökosystems kooperieren zum Wohle aller und erhalten dadurch ihre gemeinsame Lebensgrundlage. So offensichtlich das ist, so wenig wird es von uns Menschen beherzigt. Noch immer preisen unsere Politiker das Wirtschaftswachstum als das höchste Gut. Ja sie preisen sogar den Wachstums-Wettbewerb unter den Völkern: Ein Land mit hohen Wachstumsraten genießt in der Welt ein hohes Ansehen und bei den Banken eine gute Bonität. Das Wort Bonität kommt vom lateinischen Wort »bonus«, das heißt »gut«.

Zuletzt bearbeitet am 24.07.13 08:12

05.08.12 17:18
dlaniar 

Administrator

Mit dem Begriff »Wirtschaftswachstum« ist natürlich nicht der Kreislauf von Werden und Vergehen gemeint. Denn nach dem Nullsummenprinzip würde die Vergänglichkeit vom Wachstum abgezogen. Ein Unternehmen das gleichzeitig wächst und schrumpft, das sich also stetig erneuert und dadurch gesund erhält, würde in der Bilanz nicht als wachsend wahrgenommen werden, sondern als stagnierend. Und Stagnation bedeutet Rückschritt in einem von Konkurrenz umkämpften Markt.




Bestimmt kennen Sie die Exponentialfunktion. Vielleicht nicht dem Namen nach, aber Sie kennen ihre Auswirkung. Stellen Sie sich eine Scheibe Brot vor, die im Brotkasten liegt. Eine Schimmel-Spore hat sich dort niedergelassen. Nun beginnt der Pilz zu wachsen. Nehmen wir an, dass sich seine Größe nach einer Stunde verdoppelt. Nach zwei Stunden ist er vier-, dann acht-, sechszehn-, zweiunddreißig- und nach zehn Stunden tau
sendmal so groß geworden. Die Größe vertausendfacht sich nach zehn Verdoppelungen.

Bis jetzt ist vielleicht noch gar nichts zu sehen. Doch es geht weiter: zweitausend, viertausend, achttausend... und nach insgesamt zwanzig Verdoppelungen sind wir bei einer Million. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man den ersten Schimmel sehen kann. Von da an ist nichts mehr zu retten, und es dauert nicht mehr lange, bis das Brot komplett
verschimmelt ist.

Drei Phasen kennzeichnen die Exponentialfunktion:


    • Zunächst sieht man eine lange Zeit gar nichts.
    • Dann beginnt man etwas zu sehen
    • Dann geht es ganz schnell – bis an die Grenzen des Wachstums

Ein weiteres Beispiel: in einen wunderschönen See lässt im Frühjahr ein Vogel etwas fallen. Darin befindet sich der Same einer aggressiven Seerosenart. Die Seerose hat die Eigenschaft, sich innerhalb einer Woche zu verdoppeln. Zunächst ist es eine, dann zwei, dann vier... und nach zehn Wochen tausend Seerosen. Noch sieht das alles sehr schön aus.
Doch nach insgesamt fünf Monaten, inzwischen ist es August, sind es schon eine Million. Etwa 3 % des Sees sind mit Seerosen bedeckt. Noch sind noch 97 % der Wasserfläche frei. Doch jetzt geht es ganz schnell: 6 %, 12 %, 24 %, 48 %, 96 % – bum! Ende September ist der ganze See mit Seerosen bedeckt. Keine freie Wasserfläche ist mehr vorhanden.
Dabei sah zwei Wochen vorher noch alles ganz prima aus: drei Viertel der Wasserfläche waren noch frei. Das volle Ausmaß der Katastrophe wurde erst in den letzten Tagen sichtbar. Ein kluger Beobachter hätte das schon im April voraussehen können, zu einer Zeit, wo man noch gegensteuern konnte. Doch wahrscheinlich hätte man ihn als Miesmacher verschrien.

Genau so geht es auch beim Wirtschaftswachstum. Die Funktion ist die Gleiche, es geht nur etwas langsamer. Bei fünf Prozent Wirtschaftswachstum haben wir die Verdoppelung nach fünfzehn Jahren. Nach dreißig Jahren vierfach, nach fünfundvierzig Jahren acht-fach... und nach hundertfünfzig Jahren tausendfach.

Zuletzt bearbeitet am 18.09.12 01:31

05.08.12 17:42
dlaniar 

Administrator

Patente
Ursprünglich wurde das Patentrecht, ähnlich wie das Urheberrecht, mit der Absicht geschaffen, das geistige Eigentum der Erfinder zu schützen, damit diese nicht von geschäftstüchtigen Unternehmern über den Tisch gezogen und ausgebeutet werden können.
Doch wie so viele Gesetze hat es sich in seiner Wirkung in das Gegenteil umgekehrt. Denn Recht bekommt in unserer Gesellschaft meistens derjenige, der den längeren finanziellen Atem hat und sich die besseren Anwälte leisten kann.
So ist es einigen Unternehmen gelungen, ein Patent auf Leben zu erwerben. Unter dem Vorwand, Resistenz gegen Schädlinge, Pestizide oder Herbizide zu erzeugen, verändern sie die Gene von Pflanzen und Tieren und lassen sich dies patentieren. In vielen Fällen kann von genmanipulierten Pflanzen kein neues Saatgut mehr gewonnen werden. Die Samen keimen nicht mehr (Terminator-Saatgut). Diese Eigenschaft ist von den Herstellern erwünscht, denn die Landwirte müssen immer wieder neues Saatgut beim Hersteller ankaufen. Falls es einem Bauern dennoch gelingt, neues Saatgut aus den Früchten gewinnen, verstößt dieser gegen das Patentrecht und wird zu hohen Geldstrafen verurteilt.

Das geht inzwischen so weit, dass Landwirte verurteilt werden, deren konventionell betriebener Acker von einem Gen-Acker aus der Nachbarschaft durch Pollenflug oder Bienen verunreinigt wird. Eigentlich müsste der Landwirt Schadenersatzansprüche geltend machen können, denn seine Frucht wurde gegen seinen Willen mit genmanipuliertem
Saatgut verseucht.

Man kann sich gut vorstellen, was passiert, wenn der natürliche Prozess der Saatgut-Gewinnung bei immer mehr Pflanzen unterbrochen wird. Zum einen bringen einige wenige Unternehmen die Welternährung unter ihre Kontrolle, zum anderen könnte ein Fehler in der Saatgut-Herstellung dazu führen, dass auch das gekaufte Saatgut nicht mehr funktioniert. Ganz abgesehen von den gesundheitlichen Folgen, die die Verfütterung von
Gen-Futter auf die Tiere hat und wahrscheinlich auch auf die Menschen, die deren Fleisch essen. Die gesamte Nahrungskette kann dadurch massiv geschädigt werden.

Aber auch auf anderen Gebieten können Patente die technologische Entwicklung enorm behindern. Es gibt tausende Fälle, wo Erfindungen, die die Menschheit weitergebracht hätten, patentiert worden und in der Schublade verschwunden sind, da sie den wirtschaftlichen Interessen einiger Unternehmen zuwiderliefen.

Warum fahren wohl unsere Autos seit über hundert Jahren noch immer mit Benzin bzw. Öl? Warum werden keine umweltverträglichen Energieformen offiziell erforscht? Warum werden Forscher lächerlich gemacht, die nach anderen Energieformen forschen?

05.08.12 18:03
dlaniar 

Administrator

Eigentum



Kann es so etwas wie Eigentum überhaupt geben? Wurde nicht jedes Eigentum irgendwann von der Allgemeinheit geraubt? Im Wilden Westen galt es als Recht, dass man Land für sich in Anspruch nehmen konnte, wenn man seine Grenzen mit vier Pflöcken markierte. War man in der Lage, sein Gebiet notfalls zu verteidigen, und erhob innerhalb einer gewissen Frist niemand Widerspruch, so gehörte einem das Land. Indianer hatten selbstverständlich kein Widerspruchsrecht. So oder so ähnlich dürfte überall auf der Welt der Privatbesitz entstanden sein.

Das Wort »Privat« kommt vom lateinischen »privare«, und das heißt »rauben«. Privateigentum ist also geraubtes Eigentum. Selbst wenn wir heute ein Stück Land käuflich erwerben, ist es früher einmal geraubt worden. Vielleicht hatte es der Vorbesitzer von dessen Vorbesitzer rechtmäßig erworben oder geerbt; und dieser hatte es wieder von einem Vorbesitzer. Doch am Anfang der Kette gab es einmal jemanden, der es der Allgemeinheit nach Wildwestmanier weggenommen hatte.

Heutzutage gibt es Initiativen, die Land kaufen, um es vor Zerstörung zu retten. Obwohl es sich rein rechtlich um einen Kauf handelt, ist dies dem Wesen nach eine Hüterschaft. Die Käufer verstehen sich als Bewahrer der Schöpfung. In Zukunft sollten alle Besitzverhältnisse in Formen der Hüterschaft verwandelt werden.

So gesehen kann es weder geistiges noch physisches Eigentum geben. Alle Einfälle, Ideen und Erfindungen stammen aus einem gemeinsamen Gedankenfeld, dem »morpho-genetischen Feld«, wie Rupert Sheldrake es nennt. Daher kommt es auch, dass oft zur selben Zeit verschiedenen Menschen an verschiedenen Orten die gleiche Erfindung oder Entdeckung machen. Sie kennen das Sprichwort: »diese Erfindung lag einfach in der Luft«. Wem soll nun die Erfindung gehören? Demjenigen, dem sie ein paar Stunden oder Tage vorher »eingefallen« ist? Oder demjenigen, der geschäftstüchtig genug war, sie schnellstmöglich anzumelden? Oder demjenigen, der die besseren Patentanwälte bezahlen und längere Prozesse führen kann?

Dazu kommt, dass es sich oft nicht um eine eigenständige Erfindung handelt. Jede wesentliche Erfindung ist auf dem Boden umfangreichen Wissens gewachsen, das bereits vorher da war. Der Erfinder hatte vielleicht Physik studiert und kann auf das Wissen ganzer Forscher-Generationen zurückgreifen. Vielleicht ist er ein genialer Querdenker und fügt interdisziplinäre Erkenntnisse auf neue unkonventionelle Weise zusammen, so dass etwas ganz neues entsteht. Gebührt ihm allein die Ehre, oder waren nicht alle anderen auch daran beteiligt? Wie steht es mit den Lebensgefährtinnen? Albert Einsteins erste Frau war auch Physikerin und hat viel zu seinen Forschungen beigetragen.

Zuletzt bearbeitet am 18.09.12 00:11

05.08.12 18:07
dlaniar 

Administrator

Noch kritischer wird es, wenn einem Menschen wichtige Erkenntnisse »eingefallen« sind, und er sie dann an Dritte verkauft, die sie in der Schublade verschwinden lassen – zum Schaden der ganzen Menschheit und oftmals zum Schaden der Natur. Alle wichtigen Erfindungen gehören deshalb der Menschheit als Ganzes und nicht einzelnen Individuen.

Und jetzt Start frei!
Die Reise beginnt...

Stellen Sie sich bitte einmal vor, irgendwo am Rande des Universums gäbe es einen Planeten, dessen Bewohner in Wohlstand und Frieden leben, in Harmonie mit der Natur. Das war nicht immer so. Auch sie hatten eine bewegte Vergangenheit mit Katastrophen, Armut und Kriegen hinter sich.

Doch dann fanden sie die Lösung. Sie ist so einfach, dass sie jedes Kind verstehen kann, denn sie ist von der Natur abgeschaut. Inzwischen sind die Menschen dort glücklich. Sie haben Mitgefühl für einander, für die Natur und für die Bewohner anderer Planeten, die noch nicht so weit sind wie sie.

Deshalb durchforschen sie die Galaxien und finden unser Sonnensystem mit unserer wunderschönen Erde. Die Menschen auf der Erde sind eigentlich ganz in Ordnung. Eigentlich! Hätten sie nur nicht diesen seltsamen Drang, alles anders machen zu wollen, als die Natur.
Man entschließt sich, einen Gesandten auf die Erde zu schicken, einen sehr guten Freund, der helfen möchte...

05.08.12 18:16
dlaniar 

Administrator



Weltweiter Wohlstand im Einklang mit der Natur
Eine visionäre Kurzgeschichte


Die Begegnung

Neulich hatte ich einen Traum; besser gesagt einen Tagtraum. Ich ging allein im Wald spazieren und erfreute mich an der Natur. Auf einmal bemerkte ich, wie jemand leichten Fußes neben mir einherschritt. Er war etwa zwei Meter groß, von dunkler Hautfarbe und hatte einen athletischen Körperbau. Bekleidet war er mit einer Art goldfarbenen Jogging-Anzug. Obwohl er aussah, wie ein Mensch, schien er nicht von dieser Welt zu sein. Er hatte ein so freudiges, ja fast schon lustiges Strahlen in seinem Gesicht, das man auf unserer Erde nur sehr selten findet. Als ich ihn ansah musste ich spontan lachen. Es war ein herzhaftes, fröhliches Lachen, pure Freude über den Anblick dieses freundlichen Begleiters.
„Entschuldigen Sie bitte, ich wollte Sie nicht auslachen“, erklärte ich, als ich mich wieder gefangen hatte. „Ich bin nur überrascht von Ihrem plötzlichen Erscheinen.“

„Das geht vielen so auf diesem Planeten“, erwiderte er freundlich. „Die meisten Erdenbürger reagieren so wie Sie, nur einige wenige laufen erschreckt davon oder werden aggressiv.“

„Dann sind Sie nicht von hier?“ fragte ich verunsichert.

"Ich komme von Joytopia, einem Staat auf dem Planeten Freegaia am Rande der Galaxis. Durch einen Sprung im Raum-Zeit-Kontinuum bin ich hier hingelangt. Mein Name ist Goodfriend, Very Goodfriend."
„Wie haben Sie so schnell unsere Sprache gelernt?“

„Wir telepathieren gerade miteinander. Wir senden uns Gedanken und unser Gehirn übersetzt sie in Sprache. Das funktioniert genauso mit Bildern, Tönen, Gerüchen und Gefühlen. Sehen Sie...."

Ich sah gar nichts! Er war verschwunden. Verwundert und tief bewegt ging ich weiter. Hatte ich mir das eben nur eingebildet? Sollte ich vielleicht mal zum Arzt gehen? Am Besten ich erzähle niemanden etwas und vergesse den Vorfall so schnell wie möglich.

„Ich habe Ihnen etwas mitgebracht, ein Geschenk!“ hörte ich Very sagen.

„Wo waren Sie denn so plötzlich?“

„Ich war kurz zu Hause um etwas für Sie zu holen.“

„Dauert so etwas nicht Jahre? Ich meine die höchste erreichbare Geschwindigkeit...“

„Wir reisen in Gedanken. Gedanken sind bekanntlich frei. Raum- und Zeit-Grenzen gibt es nur, wenn man sie vorher erdacht hat. Wir hatten uns früher auch viele Grenzen ausgedacht. Unser begrenztes Denken hatte unseren Planeten etwa so geformt, wie ihr jetzt euren Planeten formt. Versuche es selbst“ – er war inzwischen zum Du übergegangen –
„du siehst mich, weil du denkst, dass du mich siehst.“

Zuletzt bearbeitet am 04.09.12 12:20

05.08.12 18:21
dlaniar 

Administrator

Während er das sagte, kam uns ein Radfahrer entgegen. Er grüßte knapp und fuhr mitten durch Very durch.

„Verstehst du jetzt?“ fragte Very.

„Ja.“

„Ich habe dir etwas mitgebracht, einen Gedanken.“

„Was für einen Gedanken?“

„Der Gedanke, dass alles möglich ist, was du dir vorstellen kannst. Alles, was du denken kannst, wird Realität! Alles was du dir wünschst, wird eintreten, wenn du dir es vorstellen kannst.“

„Dann wünsche ich mir 10 Millionen Euro!“

„Gut!“

„Wie? Gut? Das soll funktionieren? Das kann ich mir nicht vorstellen!“

„Eben!“

Ich war beschämt.

„Andere konnten sich das vorstellen und sind Millionäre geworden. Aber vielleicht ist es ja gar nicht dein Wunsch, Millionär zu werden. Was wünschst du dir denn am sehnlichsten?“

„Am liebsten wäre es mir, wenn alle Menschen reich wären und jeder das machen könnte, was ihm am Herzen liegt, ohne anderen Menschen oder der Natur dabei zu schaden.“

„Ich schlage Dir eine Reise vor. Auf unserem Planeten Freegaia haben wir dieses Ziel bereits erreicht. Du brauchst es dir nur abzuschauen und auf der Erde zu verbreiten. Das ist unser Geschenk an euch Menschen.“

„Wie kann ich denn durch das Raum-Zeit-Dingsbums...“

„Stell es dir einfach vor, ich begleite dich.“

Es war eigenartig. Es schien mir, als ob ich an zwei Orten gleichzeitig war: während ein Teil von mir weiterhin im Wald spazieren ging, flog der andere mit Very durchs Universum.

Zuletzt bearbeitet am 19.11.12 19:37

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