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GRADIDO - Die Natürliche Ökonomie des Lebens- Buch von B. Hückstädt mit Bildern von R. Irmscher
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07.09.12 08:32
dlaniar 

Administrator

Resigniert stimmten die Einwohner zu. Gemeinsam hatten sie zwar alle Fähigkeiten und Ressourcen, um ein angenehmes Leben für alle zu gewährleisten. Doch ohne Geld schienen jedem Einzelnen die Hände gebunden zu sein. Keiner konnte mehr seine Rechnungen bezahlen, geschweige denn Löhne für die Mitarbeiter. Die Folge war Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger.

"Ich hab eine Idee, wie wir den Topf füllen können, so dass genug für alle da ist!", meldete sich ein kleines Mädchen. Eigentlich hätte sie gar nicht an der Versammlung teilnehmen dürfen. Doch ihre Eltern konnten sich keine Kinderbetreuung mehr leisten und hatten sie deshalb mitgenommen.





Der Anführer lachte verächtlich und murmelt etwas von kindischer »Sozialromantik«, schließlich seien alle arm und niemand hätte etwas zu verschenken.

"Wirklich nicht?" fragte das Mädchen, "Wir haben doch alle Berufe: Bauern, Bäcker, Handwerker, Künstler, Wissenschaftler und vieles mehr. Wollen wir etwa hungern, bloß weil kein Geld da ist? Das könnten wir sowieso nicht essen. Wenn jeder tut, was ihm am besten liegt und seine Leistungen schenkt, dann sind wir gemeinsam reich, und wir haben einen übervollen Topf, aus dem jeder satt wird!"

Das überzeugte die Leute. Der Oberpolitiker wurde überstimmt, und sie machten sich ans Werk. Nach kurzer Zeit kehrte der Wohlstand zurück in das kleine globale Dorf. Der gemeinsame Topf wurde übervoll. Es herrschte überfließende Fülle. Als die Bankster das hörten, gefiel ihnen das überhaupt nicht. Sie hatten zwar alles Geld, wollten aber auch noch die Zinsen kassieren, die überhaupt nie existiert hatten. Als sie dann noch die Grundstücke und Immobilien einforderten, mit denen die Schulden besichert waren, flog ihr Schwindel auf. Dabei hatten sie großes Glück, denn die Bewohner des Dorfes waren von Natur aus gutmütig und beschlossen, von einer Bestrafung abzusehen. Schließlich hätten alle in diesem Spiel mitgespielt. Die ehemaligen Bankster bekamen dann wie alle anderen das Recht der Bedingungslosen Teilhabe, sich mit ihrem vollen Potenzial in die Gemeinschaft einzubringen und dafür von der Gemeinschaft mitversorgt zu werden.

Einige Menschen leisteten deutlich mehr als andere. Das war nicht schlimm, denn die Leistungen waren freiwillig, und es war ja genug für alle da. Man beschloss, dass Leistungen belohnt oder »bedankt« werden sollen. Allerdings sollte nie mehr Geld durch Schulden geschöpft werden. Das mutige Mädchen, das den Wandel initiiert hatte und deshalb großes Ansehen genoss, schlug vor, ein neues Geldsystem nach dem Vorbild der Natur zu entwickeln. Soweit die Geschichte.

Können Sie sich vorstellen, dass ein Kind die Welt verändern kann? Lassen Sie uns das Thema Schenkwirtschaft kurz unterbrechen für die Rede die die zwölfjährige Severn Suzuki vor den Vereinten Nationen gehalten hat...

Zuletzt bearbeitet am 28.11.12 11:15

07.09.12 09:07
dlaniar 

Administrator







Zuletzt bearbeitet am 07.09.12 10:31

07.09.12 11:17
dlaniar 

Administrator



Wenn freies Schenken die Lösung ist, warum brauchen wir dann überhaupt noch neues Geld? Warum wechseln wir nicht sofort ganz in die Schenk-Wirtschaft über? Diese Frage ist absolut berechtigt und wird auch in Kreisen alternativer Wirtschaftsforscher diskutiert.
Interessanterweise taucht immer schnell die Frage auf nach einem Regulativ, das gegebene und in Anspruch genommene Leistungen dokumentiert. Manche Leute schlagen vor, einfache Zahlen aufzuschreiben: wenn eine bestimmte Leistung erbracht wurde, soll man
dann zum Beispiel +10 auf ein Konto gutschreiben. Der eine hätte dann die Zahl +267 auf seinem Konto und ein anderer -389. Doch was ist das anderes als Geld, dem man seinen Namen genommen hat?

Geld hat sich für die Dokumentation von Leistungen und Warentransaktionen bewährt. Es lässt sich selbst von den Befürwortern der reinen Geschenk-Ökonomie nicht wegdenken. Früher oder später erfinden sie ein Geld-Äquivalent, von dem sie vielleicht behaupten, dass es kein Geld sei, das aber ähnliche Funktionen erfüllt. Gradido ist solch ein Geld-Äquivalent. Ob Sie es Geld nennen wollen oder nicht, bleibt Ihnen überlassen.

In diesem Zusammenhang sei auf einen wichtigen Unterschied zwischen Gradido und dem herkömmlichen Geld hingewiesen. Das alte Geld ist ein Schuldschein, ein Versprechen auf Leistungen, ein Zahlungsmittel. Gradido ist seinem Wesen nach eher eine Dokumentation erbrachter Leistungen oder Warentransaktionen. Wurden die Leistungen oder Waren freiwillig gegeben, also »geschenkt«, dann ist Gradido kein Zahlungsmittel mehr sondern ein »Dankmittel«. Mit Gradido bewegen wir uns schrittweise von der alten Marktwirtschaft, der »Kauf- und Bezahlwirtschaft«, hin zu einer »Schenk- und Dankwirtschaft«. Wir bauen also eine Brücke. Mit Gradido holen wir die Menschen dort ab
wo sie sind und begleiten sie in dem Prozess vom alten »kaufen und bezahlen« hin zu einem neuen »schenken und danken«.





Kredite – auch die zinslosen Kredite der Natürlichen Ökonomie des Lebens – sind eine Methode, den Ausgleich, der im Hier und Jetzt nicht möglich erscheint, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Sie erzeugen damit ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Kreditgeber und dem Kreditnehmer. Dies kann durchaus erwünscht sein. Kredite und Geldanlagen sind daher auch in der Natürlichen Ökonomie des Lebens vorgesehen.

Das freie Schenken gibt uns die zusätzliche Möglichkeit, Projekte ganz im Hier und Jetzt zu finanzieren. Beim freien Schenken entstehen keine Abhängigkeiten zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten. Möglicherweise entstehen Freundschaften. Die sind dann freiwillig. Hier-und-Jetzt-Finanzierungen kennen wir bereits heute unter dem Namen »Spenden«.

In der Open Source Bewegung für freie Software und auch in der Creative Commons Bewegung für freie Inhalte hat sich der »Donation-Button« (Spenden-Knopf) durchgesetzt. Wer eine freie Software benutzt oder freie Inhalte liest, möchte vielleicht das Projekt unterstützen und spendet einfach direkt an die Entwickler oder Autoren. Diese haben ja bereits bewiesen, dass sie sich für das gemeinsame Projekt einsetzen und gute Arbeit leisten. Niemand stört sich daran, dass es sich um Einzelpersonen handelt. Ganz im Gegenteil: die Spende kommt zu hundert Prozent dort an, wo sie hingehört, nämlich bei der Entwicklung des Projekts, und das ohne unnötigen Verwaltungsaufwand.

Dies ist auch das Prinzip der Hier-und-Jetzt-Finanzierung. Wer ein Projekt durchführt, dessen Erfolg für andere von Interesse sein könnte, macht dieses Projekt publik und bittet um Unterstützung. Jedes Projekt kostet Geld, in Form von Fremdkosten und persönlicher Arbeit. Wer ein wichtiges Projekt mit dem Einsatz seiner ganzen persönlichen Kraft durchführen will, hat wenig Zeit und Energie übrig, sich auch noch um seinen Lebensun-terhalt kümmern zu müssen. Und wenn das Projekt wirklich wichtig ist, wird er reichlich Hilfe bekommen. Diejenigen, denen das Projekt ebenfalls wichtig ist, unterstützen ihn und leiten seinen Aufruf an ihre Freunde weiter. Dadurch wird eine positive Kettenreaktion ausgelöst: das Projekt wird bekannt und erhält immer mehr Unterstützung.

07.09.12 12:42
dlaniar 

Administrator



Jetzt wo wir die einzelnen Elemente zusammen haben, ist es ein Leichtes, alles zu einem Ganzen zu fügen. Die einzelnen Komponenten wurden ausführlich beschrieben. Ihren vielfältigen wohltuenden Wirkungen ist das ganze nächste Kapitel gewidmet. An dieser Stelle folgt daher eine kurze Zusammenfassung.

Beginnen wir mit dem wichtigsten Entscheidungskriterium der Natürlichen Ökonomie des Lebens, an dem wir all unser Denken, Reden und Handeln messen – dem Dreifachen Wohl.




    1. Das Wohl jedes einzelnen Beteiligten: WIN-WIN.
    2. Das Wohl der Gemeinschaft: Familie, Kommune, Land, Menschheit...
    3. Das Wohl des großen Ganzen: Natur, Umwelt, Mutter Erde, Universum...




Das Dreifache Wohl ist sozusagen die ethische Grundlage unseres Geld- und Wirt-schaftsmodells. Damit dieses funktionieren kann, müssen wir es in Übereinstimmung mit den Naturgesetzen entwickeln. Das für uns wichtigste Naturgesetz ist der Kreislauf des Lebens, der Kreislauf von Werden und Vergehen. In unserem Modell ist er integriert in Form von Geldschöpfung und Vergänglichkeit.



Aus dem Dreifachen Wohl leitet sich die Dreifache Geldschöpfung ab.

Die Gemeinschaft, repräsentiert durch den Staat, schöpft jeden Monat für jede Bürgerin und jeden Bürger 3 mal 1000 Gradido, die für die folgenden Zwecke eingesetzt werden:

    1. Grundeinkommen, entweder bedingungslos oder aktiv,
    2. Staatseinkommen, einschließlich Gesundheit- und Sozialwesen,
    3. Ausgleichs- und Umweltfonds (AUF) zum Schutz und zur Sanierung der Umwelt.




Das Modell unterstützt wahlweise ein Bedingungsloses Grundeinkommen, das »einfach so« ausbezahlt wird, oder ein Aktives Grundeinkommen.

Das Aktive Grundeinkommen folgt aus der Bedingungslosen Teilhabe an der Gemeinschaft: jeder hat das Recht, sich bis zu 50 Stunden pro Monat entsprechend seinen Neigungen und Fähigkeiten in die Gemeinschaft einzubringen. Die Gemeinschaft vergütet dies mit 20 Gradido pro Stunde, bis zu insgesamt 1000 Gradido monatlich. Wegen der vielfältigen wohltuenden Auswirkungen, welche die Bedingungslose Teilhabe mit sich bringt, bevorzugen wir das Aktive Grundeinkommen, zumal das geschöpfte Geld dadurch leistungsgedeckt ist und automatisch Vollbeschäftigung erreicht wird.



Die zweiten 1000 Gradido reichen aus für einen großzügigen Staatshaushalt inklusive Gesundheits- und Sozialwesen in der Größenordnung, wie er derzeit in der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung steht. Steuern, Sozialversicherungen oder ähnliche Abgaben sind daher nicht erforderlich. Brutto ist gleich Netto. Enormer Bürokratieabbau ist möglich. Schwarzarbeit existiert per Definition nicht mehr.



Die dritten 1000 Gradido bilden einen zusätzlichen Topf in der gleichen Höhe wie der Staatshaushalt. Der Ausgleichs- und Umweltfonds dient zur Sanierung der Ökonomischen und Ökologischen Altlasten – vorrangig zur menschenmöglichen Sanierung der katastrophalen Umweltschäden, welche die Menschheit in den letzten gut hundert Jahren angerichtet hat. Es ist der größte Umwelt-Topf in der Geschichte der Menschheit. Umweltschutz und Umweltsanierung werden die lukrativsten Wirtschaftszweige.



Der Kreislauf von Werden und Vergehen ist bereits in Gradido eingebaut. Zur dreifachen Geldschöpfung kommt eine Vergänglichkeit von 50 % pro Jahr. Von 100 Gradido sind nach einem Jahr noch 50 Gradido übrig. Nach dem Vorbild der Natur ist Gradido dadurch ein selbstregelndes System, das die Geldmenge pro Person konstant hält. Die Geldmenge ist nicht manipulierbar.



Nach dem Vorbild der Natur erfolgt die Geldschöpfung, ohne dass dafür Schulden gemacht werden müssen. Bei Gradido sind nur positive Kontostände vorgesehen. Kredite sind weiterhin möglich. Sie sind Vereinbarungen zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer. Da nur vorhandenes Geld verliehen werden darf, wird die Geldmenge durch Kredite nicht verändert. Zinsen sind zwar nicht verboten, haben aber keine Chance am Markt.

07.09.12 13:18
dlaniar 

Administrator



Wie Sie sehen, wird jede dieser drei Geldschöpfungen für einen Beitrag zum Gemeinwohl ausgegeben. Gradido ist daher eine Gemeinwohl-Währung. Der Ruf nach einer Gemeinwohl-Ökonomie wird immer lauter. Es gibt außerhalb von Gradido bereits einige Projekte in diese Richtung, die allerdings das Geldsystem bisher noch nicht berücksichtigt haben. Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, dürfte es bei der Lektüre dieses Buches klar geworden sein, dass eine Gemeinwohl-Ökonomie im alten Geldsystem nicht funkti-onieren kann. Mit Gradido wird jeder Wirtschaftszweig ganz von selbst zur Gemeinwohl-Ökonomie.



In dieser Zusammenfassung ist im Wesentlichen bereits das ganze Modell beschrieben. Es ist so einfach, dass es bei entsprechender Erklärung selbst Kinder leicht verstehen. Gegenüber dem alten Geld- und Wirtschaftssystem hat die Natürliche Ökonomie des Lebens viele lebensentscheidende Vorteile, die vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen sind. Im nächsten Kapitel erfahren Sie deshalb die 100 wichtigsten Vorteile der Natürlichen Ökonomie des Lebens. Lassen Sie sich begeistern!

Zuletzt bearbeitet am 07.09.12 14:32

07.09.12 14:33
dlaniar 

Administrator





Die Natur ist genial. Sie ist das Wunderwerk des größten Erfinders aller Zeiten: unseres Schöpfers. Sie beruht auf einfachen Prinzipen und bringt unendliche Vielfalt zustande. Darin hat sie viereinhalb Milliarden Jahre Erfahrung, deutlich länger als wir Menschen. Mit etwas gesundem Menschenverstand können wir daraus folgern, dass es von großem Nachteil ist gegen sie zu arbeiten, während die Kooperation mit der Natur enorm viele Vorteile bringen muss.

In jedem guten Kommunikationstraining lernt man, sich auf die wichtigsten drei Punkte zu beschränken. Mehr können moderne Menschen angeblich nicht aufnehmen. Wohlan! Die drei wichtigsten Vorteile der Natürlichen Ökonomie des Lebens sind:


    1. Weltweiter Wohlstand
    2. Frieden
    3. Harmonie mit der Natur


Damit wäre eigentlich schon alles gesagt. Doch jeder dieser drei Vorteile ist für sich so groß und umfangreich, dass es schwer ist, ihn in seiner ganzen Tragweite zu erfassen. In praktisch allen Lebensbereichen finden wir gleich eine ganze Reihe von elementaren Vorteilen. Es ist absolut unmöglich, sich auf nur einige wenige zu konzentrieren.

In diesem Kapitel lernen Sie deshalb die 100 wichtigsten Vorteile der Natürlichen Ökonomie des Lebens kennen. Ein Vorteil folgt oft aus dem vorhergegangenen. Auf diese Weise entstehen aufwärts führende Möglichkeits-Spiralen, die uns bei jeder Umdrehung ein großes Stück weiter nach oben tragen. Wenn wir einmal gelernt haben, in positiven Möglichkeits-Spiralen zu denken, können wir unser persönliches Leben und unser ge-samtes Umfeld nachhaltig zum Positiven verändern.

Doch Vorsicht: zu viele gute Nachrichten sind schwer zu ertragen. Wir Menschen sind einfach nicht daran gewöhnt. In dieser Beziehung funktionieren wir ähnlich wie Wikipedia: wenn etwas nur Vorteile hat, gilt es als unglaubwürdig, und es darf dort darüber nicht geschrieben werden. Auch im klassischen Drama, dem Vorbild für die meisten Hollywood-Filme, darf es nicht nur Positives geben. Das wäre schließlich viel zu langweilig.

Und – Gott sei Dank – jetzt haben wir endlich einen Nachteil: die Natürliche Ökonomie des Lebens hat zu viele Vorteile. Bitte lassen Sie sich davon nicht abschrecken, seien Sie tapfer und halten Sie durch! Und wenn Sie gar nicht mehr können, dann machen Sie eine Pause und beschäftigen sich intensiv mit Ihren Lieblingsproblemen. Danach sollte es wieder gehen...

08.09.12 11:24
dlaniar 

Administrator





Die Geldschöpfung durch das Leben ist wohl die wichtigste Eigenschaft und gleichzeitig der größte Vorteil der Natürlichen Ökonomie des Lebens. Sie ist der fundamentale Unterschied zu allen anderen Geld- und Wirtschaftsmodellen. Die Natürliche Ökonomie des Lebens ist so sehr mit dem Leben verbunden, dass bereits die Geldschöpfung selbst durch das Leben geschieht. Aus diesem Hauptmerkmal leiten sich eine ganze Reihe weiterer Vorteile ab, die wir im Folgenden einzeln beleuchten werden.

Ganz praktisch bedeutet die Geldschöpfung durch das Leben, dass immer die richtige Geldmenge da ist. Denn das Geld wird proportional zur Anzahl der Bürger geschöpft. Ein kleiner Staat mit wenigen Bürgern braucht logischerweise weniger Geld, als ein großer Staat mit vielen Bürgern. Die Grundvoraussetzungen sind gerecht verteilt. Was die Menschen daraus machen, kann von Land zu Land verschieden sein.

Wie funktioniert eine Geldschöpfung durch das Leben? Ganz einfach: für jeden Menschen wird gemäß internationaler Vereinbarung jeden Monat ein bestimmter Geldbetrag geschöpft, also auf ein Konto gutgeschrieben. Von dort aus kann es dann in Grundeinkommen, Staatseinkommen und Ausgleichs- und Umweltfonds aufgeteilt werden. Die Geldschöpfung wird vollzogen, ohne dass dabei Schulden entstehen.





Auf die verheerenden Nachteile, die eine Geldschöpfung durch Schulden mit sich bringt, haben wir schon mehrfach hingewiesen. Allein die Tatsache, dass dabei Schulden zwingend notwendig sind um Geld zu schöpfen, ist bereits krank: die Menschheit wird gespalten in Gläubiger und Schuldner, und das oft schon vor der Geburt.

Nirgendwo in der Natur gibt es solch ein zynisches und lebensverachtendes System. Im Gegenteil: die Natur kennt überhaupt keine Schulden. Sie betreibt Schenkwirtschaft. Wenn man bedenkt, dass nahezu alle unsere heutigen wirtschaftlichen Probleme auf die Geldschöpfung durch Schulden zurückzuführen sind, ist ein Geldmodell, das ohne Schuldgeldschöpfung auskommt, eine zwingende Grundvoraussetzung dafür, dass die Menschheit überleben kann. Denn die Natur weiß sehr wohl, wie sie mit lebensfeindlichem Verhalten umgeht: eine Spezies, die sich dauerhaft lebensfeindlich verhält, stirbt aus.

Häufig ist bereits das Weglassen von Nachteilen selbst ein großer Vorteil. So auch hier. Dadurch, dass wir lebensfeindliche Anreize weglassen, geben wir lebensfreundlichem Verhalten die nötige Luft zum Atmen. Dadurch, dass wir die Menschheit nicht auf schizophrene Weise in zwei Lager aufspalten, kann Heilung geschehen. Die Menschen können wieder gemeinsam an einem Strang ziehen und ihre Aufmerksamkeit auf das gemeinsame Überleben lenken.

Aus einer lebensfeindlichen Spezies wird eine lebensfreundliche, die mit der Natur kooperiert. Als solche werden wir das Recht und die Gelegenheit bekommen, nachhaltig zu gedeihen. Die neuen lebensfreundlichen Anreize motivieren uns, bei all unseren Entscheidungen das Dreifache Wohl zu berücksichtigen: das Wohl des Einzelnen, das Wohl der Gemeinschaft und das Wohl des Großen Ganzen.





In unruhigen Zeiten wird oft der Ruf nach der angeblich guten alten Golddeckung wieder laut. Golddeckung verhindere Kriege – so wird behauptet – weil die vorhandene Goldmenge nicht ausreiche, um die immensen Kosten von Kriegen zu finanzieren. Ein an den Haaren herbeigezogenes Argument, denn Kriege hat es gegeben seit Beginn der Geschichtsschreibung – trotz Golddeckung. Als Kolumbus seine spanischen Herren dazu überredete, ihm seine Flotte zu finanzieren, mit der er in westlicher Richtung Indien erreichen wollte, versprach er ihnen Gold. Die traurige Wahrheit: er und seine Nachfolger haben ihr Versprechen gehalten. Ihres Goldes wegen wurden die Inkas ausgerottet. Und nicht nur die Inkas, sondern nahezu die ganze indigene Bevölkerung Amerikas.

Die Gier nach den Goldschätzen anderer Länder war schon oft eine Kriegsursache. Vielleicht nicht der offiziell angegebene Kriegsgrund, aber ein wesentliches Motiv. Zu behaupten, Gold würde den Frieden sichern ist schlichtweg absurd.

08.09.12 12:48
dlaniar 

Administrator

Noch heute gibt es Goldminen, um der Erde ihre letzten Goldschätze zu entreißen. Die moderne Form des Goldabbaus hinterlässt katastrophale Umweltschäden. Wozu dieser Zerstörungswahn? Wozu braucht man Gold überhaupt? Für Schmuck braucht man es nicht, denn meist werden zur Sicherheit nur Fälschungen als Schmuck getragen.

Als Rohmaterial für Industrie und Medizin braucht man es selten. Vielleicht für hochwertige elektronische Goldkontakte oder als Zahnersatz. Für Tauschmittel und Wertspeicher gibt es viele andere Möglichkeiten, zum Beispiel Computer-Zahlen.

Außerdem: die Goldvorräte sind so verteilt, wie die anderen Besitzverhältnisse auch. Durch Wiedereinführung der Golddeckung würde man die vorhandenen Eigentumsverhältnisse nur noch weiter einzementieren. Wer jetzt viel Gold hat, hätte dann viel Geld.

Um weltweiten Wohlstand in Frieden und in Harmonie mit der Natur zu erreichen, ist eine Golddeckung mit Sicherheit nicht das Mittel der Wahl.
Die Natürliche Ökonomie des Lebens benötigt keine Golddeckung. Der Gradido ist durch das wertvollste Gut gedeckt, das wir haben: das Leben selbst.





Haben Sie schon mal das zweifelhafte Vergnügen gehabt, einer Kriegsberichterstattung in Radio, Fernsehen oder anderen Medien zu folgen? Dort wird unter anderem auch über Menschenleben gesprochen. Doch früher oder später kommt man dann auf die materiellen Schäden zu sprechen. Wer hat welche Kosten für den Krieg zu tragen? Und wenn der Krieg endlich vorbei ist, stehen Regierungen und Firmen bereits Schlange, um sich die größten Stücke des Wiederaufbau-Kuchens zu sichern. Man wird dabei das Gefühl nicht los, als sei Krieg ein willkommenes Geschäft. Viel wichtiger, als die Menschen, die dabei ums Leben kommen.

Ein ähnliches Gefühl habe ich, wenn ich die Argumentation höre, die Geldmenge müsse der Menge der produzierten Waren und Dienstleistungen entsprechen. Diesem Argument liegt die Annahme zugrunde, dass das Geld nur dann seinem Wert behält, wenn man dafür auch die entsprechende Menge Waren kaufen könne. Das ist zwar ein interessanter Denkansatz, aber welche Konsequenzen folgen daraus? Ganz einfach: in Ländern, die viele Waren produzieren, darf auch eine große Geldmenge zirkulieren. In den armen Ländern gibt es dafür nur wenig Geld, obwohl die Menschen es dort dringend bräuchten.

Die Menge der Waren hat also einen höheren Stellenwert als die Menschen. Sollen die Menschen der Wirtschaft dienen oder umgekehrt? Die Natürliche Ökonomie des Lebens dient sowohl den Menschen als auch der Natur. Die Geldmenge ist proportional zu der Bevölkerungsanzahl. Die Warenmenge ist die Antwort auf die Bedürfnisse der Menschen – und nicht umgekehrt. Mensch und Natur stehen an erster Stelle. Trotzdem
oder vielleicht gerade deshalb haben wir eine stabile Geldmenge und ein sich selbst regulierendes System, das dafür sorgt, dass immer die richtige Menge an Waren und Dienstleistungen zur Verfügung steht.





In der für uns sichtbaren lebendigen Natur gibt es nur positive Zahlen. Auch darüber haben wir bereits geschrieben. So, wie es keine Apfelbäume gibt, an denen minus hundert Äpfel hängen, so gibt es bei Gradido nur positive Kontostände. Kein Mensch hat Schulden, sofern er nicht explizit eine Kreditvereinbarung mit einer anderen Person getroffen hat. Und selbst dann hat er keinen negativen Kontostand, sondern eine Rückzahlungsvereinbarung.

Welche Auswirkungen hat dies allein auf die Gesundheit? Die Wörter »positiv« und »negativ« bezeichnen nicht nur ein Vorzeichen vor einer Zahl. Sie haben auch tiefgreifende psychologische Bedeutung. Wir sind gerne mit positiven Menschen zusammen. Ihr angenehmes Wesen baut uns auf. Da unser Selbstbewusstsein auch mit unserem Kontostand verbunden ist, können wir davon ausgehen, dass positive Kontostände unser Selbstbewusstsein positiv beeinflussen. In einem Land, in dem alle Menschen positive Kontostände haben, wird sich ihr positives Selbstbewusstsein gegenseitig hochschaukeln.

Auch der Staatshaushalt ist positiv. Staatsschulden gehören der Vergangenheit an. Ein schuldenfreier Staat übt ebenfalls eine positive Ausstrahlung auf seine Bürger aus. Die Stimmung steigt weiter. Dazu kommt der positive Ausgleichs- und Umweltfonds, der nicht die Umweltsünder bestraft, sondern umweltfreundliches Wirtschaften belohnt.

08.09.12 13:13
dlaniar 

Administrator

Vielleicht fehlt uns noch die Fantasie, dass wir uns die Kettenreaktion dieser positiven Einflüsse in ihrem ganzen Ausmaß vorstellen können. Doch wir wissen, dass positive Gefühle die körpereigene Produktion von Endorphinen anregen. Das sind natürliche Glückshormone, die unsere Gesundheit maßgeblich verbessern. Und dass positive Motivation die Produktivität und die Arbeitsqualität eines jeden Menschen dramatisch erhöhen kann, ist auch schon lange bekannt.

Positive Kontostände sind also nicht nur eine mathematische Spielerei. Sie sind ein maßgeblicher Faktor für die Gesundheit, Produktivität und Lebensqualität eines Volkes und somit der ganzen Menschheit.





Wenn wir die Geheimnisse der Natur ergründen wollen, können wir dies nicht allein mit dem Verstand tun. Um den Kreislauf des Lebens zu erforschen, brauchen wir Mitgefühl. Erst wenn wir Verstand und Mitgefühl vereinen, erlangen wir Ganzheit und damit die Intelligenz um die Erfindungen der belebten Natur zu entdecken und auf unser Modell zu übertragen. Der Kreislauf des Lebens ist ein Meisterwerk der Natur. Nur durch ständiges Werden und Vergehen kann in einem begrenzten System ewiges Wachstum geschehen und gleichzeitig die Gesamtmasse konstant gehalten werden.

In der Natürlichen Ökonomie des Lebens hält der Kreislauf von Werden und Vergehen die Geldmenge stabil. In dem sich selbst regulierenden System pendelt sich die Geldmenge pro Person auf den Beitrag ein, bei dem sich die monatliche Geldschöpfung und die monatliche Vergänglichkeit die Waage halten. Bei einer Geldschöpfung von 3.000 Gradido und einer Vergänglichkeit von etwa 5 % beträgt die durchschnittliche Pro-Kopf-Geldmenge annähernd 60.000 Gradido. Weder Kreditinstitute noch Spekulanten können daran etwas ändern.

Durchschnittliche Geldmenge bedeutet, dass die einen mehr und die anderen weniger besitzen können. Das ist ganz normal und entspricht der Vielfalt des Lebens. Manche Menschen werden von ihrem Grundeinkommen leben, und ihr Kontostand wird niedrig sein. Gute Geschäftsleute können es aber auch weiterhin zu Millionären bringen. An der gesamten Geldmenge wird dies nichts ändern. Die hängt einzig und allein von der Bevölkerungsanzahl ab.





Seit 2006 gibt die FED (amerikanische Notenbank) die Geldmenge M3 nicht mehr bekannt. Warum wohl? Ist die Berechnung so unübersichtlich und schwierig geworden, dass keine verlässlichen Ergebnisse mehr möglich sind? Oder ist die Geldmenge so unverschämt hoch, dass man sie deshalb nicht mehr veröffentlichen will?

Das Hauptziel einer Notenbank ist es, die Preisniveau- und Geldwertstabilität zu wahren. Dies versucht sie zu erreichen, indem sie den so genannten Leitzins festlegt und damit Einfluss auf die Geldmenge nehmen will. Die Finanzkrise zeigt, dass dies nicht möglich ist. Im alten System wird die Geldmenge durch viele unkontrollierbare Faktoren manipuliert. Die Folge davon sind die üblichen Verdächtigen, wie Inflation, Deflation, Wirtschafts- und Finanzkrisen bis hin zum Finanzcrash.

Die Geldmenge in Gradido kann nicht manipuliert werden. Sie ist durch Geldschöpfung und Vergänglichkeit festgelegt und kann sich nur mit der Bevölkerungsanzahl ändern. Somit ist die Geldmenge die feste Größe, an der sich die anderen Parameter, wie das Preisniveau auszurichten haben. Hat sich dies einmal eingependelt, läuft das selbst-regulierende System stabil.

Zuletzt bearbeitet am 08.09.12 14:40

08.09.12 15:08
dlaniar 

Administrator





Die Länder in Mitteleuropa gehören (noch) zu den wohlhabenden Nationen. Ihr Wohlstand zieht Migranten aus aller Welt an. Mit anderen Worten: Menschen, die in ihrer Heimat kein gutes Auskommen haben, migrieren nach Mitteleuropa um hier ihr Glück zu versuchen. Viele von ihnen schicken Geld nach hause, um ihre Familien zu unterstützen. Daher macht es Sinn, das heutige Mitteleuropa als quantitativen Maßstab für den weltweiten Wohlstand zu wählen. Und dies fängt bei der Geldmenge an.

Die Summe aller Guthaben in Deutschland lag im Jahr 2008 bei etwa 5 Milliarden Euro. Geteilt durch die Einwohnerzahl von etwa 82 Millionen Deutschen ergibt das im Durchschnitt ca. 60.000 Euro pro Person. Das entspricht der Pro-Kopf-Geldmenge in Gradido, die sich durch den Kreislauf von Werden und Vergehen ganz von selbst ergibt.

Zuletzt bearbeitet am 28.11.12 11:16

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