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GRADIDO - Die Natürliche Ökonomie des Lebens- Buch von B. Hückstädt mit Bildern von R. Irmscher
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08.09.12 18:05
dlaniar 

Administrator




Bei einer stabilen Pro-Kopf-Geldmenge ist davon auszugehen, dass sich die Preise auf ein stabiles Niveau einpendeln werden. Da die Geldmenge in Gradido der derzeitigen Geldmenge in Mitteleuropa entspricht, wird sich auch das Preisniveau in vergleichbarer Höhe einspielen. Die Preise der Produktgruppen untereinander können sich dabei verschieben, denn es gibt neue Parameter, die Einfluss auf die Preise haben.

Wegen der Vergänglichkeit wollen die Menschen ihr Geld vielleicht schneller ausgeben. Dies würde die Preise nach oben drücken. Andererseits fallen Zinsen, Steuern und andere Abgaben weg, die heutzutage mehr als die Hälfte der Endverbraucherpreise ausmachen. Dadurch sinken die Preise wieder. In der Summe könnten sich die beiden gegenläufigen Tendenzen ausgleichen.

Umweltfreundliche und biologische Produkte werden durch den Ausgleichs- und Umweltfonds (AUF) subventioniert. Sie werden also deutlich preiswerter sein als vergleichbare umweltschädliche Produkte. Es wird billiger sein, im Einklang mit der Natur zu leben.

Handgefertigte Güter werden wahrscheinlich nicht billiger werden. Aber sie werden für normale Menschen bezahlbar. Wegen ihrer steuerfreien Einnahmen haben Berufstätige mehr Geld übrig, das sie auf Grund der Vergänglichkeit nicht horten können. Die beste Art, sich nachhaltige Lebensqualität zu verschaffen, wird darin bestehen, hochwertige Güter anzuschaffen, zum Beispiel handgefertigte Möbel, Schuhe, Kleidung und natürlich auch Kunstgegenstände und Kultur.

Zusammenfassend ist zu erwarten, dass das Preisniveau etwa so sein wird wie jetzt. Da-bei wird sich die Lebensqualität der Menschen signifikant erhöhen.





Mit ihrer Aufgabe, die Geldmenge zu regulieren und damit finanzielle Stabilität zu schaffen sind die Notenbanken schon längst überfordert. Wie sollten sie auch ein kompliziertes System stabilisieren können, das in seinen Grundfunktionen widernatürlich und funktionsuntüchtig konstruiert ist?

Die Natürliche Ökonomie des Lebens ist ein selbstregulierendes System. Die Geldmenge stabilisiert sich selbst über den Kreislauf von Werden und Vergehen. Und wie funktioniert das mit der Güterversorgung?

Nehmen wir an, ein lebenswichtiges Gut, zum Beispiel ein Nahrungsmittel würde knapp. So etwas kann verschiedene Gründe haben. Die Ernte könnte verhagelt sein, oder die Produktion ist zu aufwändig geworden und lohnt sich nicht mehr. Vielleicht sind die Transportwege zu lang. Oder die Arbeit ist zu mühsam, und es finden sich nicht genug Menschen, die in der Produktion arbeiten wollen. Was auch immer die Knappheit ausgelöst hat, das Produkt wird teurer.

Sofern es sich um ein lebenswichtiges Produkt handelt, erhöhen sich die Lebenshaltungskosten, und manche Leute können nicht mehr so komfortabel vom Grundeinkommen leben. Folglich werden sie etwas dazu verdienen wollen. Die besten Löhne und Gehälter gibt es dort, wo ein dringender Mangel beseitigt werden muss – in unserem Falle bei der Herstellung des knapp gewordenen Lebensmittels. Dort werden sich die Arbeitssuchenden vorzugsweise bewerben.

Nun wird das knappe Produkt wieder in größeren Mengen hergestellt. Die Preise sinken wieder, und die Produktion pendelt sich auf das normale Maß ein.

Das System hat sich von selbst reguliert, ohne dass eine externe Instanz hätte eingreifen müssen. Die konstante Geldmenge sorgt dafür, dass sich Produktionsmenge und Preise nach ihr richten. Hätte man versucht, Einfluss auf die Geldmenge zu nehmen, wäre daraus ein unkontrollierbares Etwas geworden – eine Blase.

08.09.12 18:35
dlaniar 

Administrator








In jüngster Vergangenheit wurden uns eine Menge so genannter »Blasen« beschert. Immobilienblasen und Finanzblasen entstehen, wenn das System keine funktionierenden Selbstregulierungsmechanismen hat. In einem System, das auf das Schärfste kontrolliert werden muss um nicht aus dem Ruder zu laufen, ist die Katastrophe vorprogrammiert. Es muss nur etwas passieren, womit die Kontrollorgane nicht gerechnet hatten, und schon bilden sich Blasen, wachsen und platzen schließlich. Auf Zwischenfälle reagieren Kontrollorgane mit noch schärferer Kontrolle (sie können nichts anderes). Dies führt zu immer schmerzhafteren Einschränkungen der persönlichen Freiheit, ohne echte Stabilität erzeugen zu können.

Wirklich nachhaltige Stabilität entsteht, wenn der Druck so gering wie möglich gehalten wird und sanfte Selbstregulierungsmechanismen greifen, wie wir sie bei Gradido vorfinden.

Blasen entstehen an Druckstellen. Wir bekommen Blasen, wenn »uns der Schuh drückt«. Erhöhung des Drucks führt zu schlimmeren Blasen. In einem selbstregulierenden System braucht man keinen Druck auszuüben. Und wo kein Druck ist, wird niemand dagegen rebellieren.

Da die Geldmenge konstant ist und weder durch Kredite noch durch Spekulationen verändert werden kann, sind bei Gradido keine Finanzblasen möglich. Ohne externe Kontrolle läuft das selbstregulierende System stabil.





Manche Leute behaupten, die nachfolgenden Generationen hätten die Schulden zurückzuzahlen, die unsere Generation gemacht hat. Was Geld-Schulden betrifft, so glaube ich kaum, dass sie so naiv sein werden. An wen sollten sie die Schulden zurück bezahlen? An die Banken? An die Gläubiger, die ohnehin die reichsten Menschen der Welt sind? Früher oder später werden die Menschen aufwachen und den faulen Zauber erkennen. Es wird einen Schuldenschnitt geben, und das war's dann.

Weitaus problematischer sind die katastrophalen Schäden, die unsere Generation der Natur angetan hat. Die lassen sich nämlich nicht durch einen Schuldenschnitt beseitigen. Je länger wir weitermachen wie bisher, umso größer werden diese Schäden und umso geringer wird die Überlebenschance der Menschheit. Die nachfolgenden Generationen werden das auszubaden haben, was unsere Generation der Erde angetan hat.



Die Natürliche Ökonomie des Lebens kann diese Schäden auch nicht von heute auf morgen beseitigen. Doch wir können alles daran setzen, unseren Teil beizutragen, dass die Natur sich wieder erholen kann. Der Ausgleichs- und Umweltfonds (AUF) ist ein einzigartiges Instrument, das in jedem Land einen zusätzlichen Umwelttopf zur Verfügung stellt, und zwar in gleicher Höhe wie der Staatshaushalt. Damit ist die wirtschaftliche Basis geschaffen, Umweltschutz und -Sanierung in einem nie gekannten Ausmaß finanziell zu fördern. Nur umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen werden am Markt konkurrenzfähig sein. Die Weltwirtschaft wird durch positive Anreize auf Sanierung getrimmt. Umweltschäden werden Schritt für Schritt abgebaut, die Natur kann sich erholen, und die nachfolgenden Generationen werden schließlich wieder einen lebenswerten Planeten vorfinden.

Zuletzt bearbeitet am 12.11.12 09:16

08.09.12 19:32
dlaniar 

Administrator





Zur Schöpfung gehört die Vergänglichkeit. Das ist der Kreislauf des Lebens, der Kreislauf von Werden und Vergehen. Wenn wir die Vergänglichkeit nicht einplanen sondern zu umgehen versuchen, dann trifft sie uns umso härter, und zwar zu einem Zeitpunkt, wo wir sie überhaupt nicht gebrauchen können. Beispiele für ungeplante Vergänglichkeit sind Inflation, Wirtschaftskrise, Geldcrash, Armut, Hunger, Kriege und Naturkatastrophen.

In der Geschichte hat es Beispiele ungeplanter Vergänglichkeit schon oft gegeben. Ganze Kulturen sind entstanden und wieder vergangen. Da die Vergänglichkeit nicht als Naturgesetz erkannt wurde, hielt man Armut, Hunger, Kriege und Naturkatastrophen für Schicksal, während man glaubte dass Inflation, Wirtschaftskrise und Geldcrash Folgen von falschem Finanzmanagement seien. Doch jetzt können wir den inneren Zusammenhang erkennen und nachhaltiges Zusammenleben auf der Erde aufbauen.

Mit einer geplanten sanften Vergänglichkeit kann jeder ohne Schaden umgehen. Wir alle wissen, dass frische Früchte altern: nach einer gewissen Zeit beginnen sie zu schimmeln, verfaulen oder werden runzelig. Niemand wird dies als Katastrophe empfinden. Wir alle kennen dies und sind darauf vorbereitet. Wir haben sogar gelernt, mit der Vergänglichkeit kreativ umzugehen. So haben wir zum Beispiel verschiedene Konservierungsmethoden entwickelt. Und manche Koch- und Back-Rezepte schmecken am Besten mit der konservierten Variante. Mit der Vergänglichkeit des Gradido können wir ebenfalls kreativ umgehen, zum Beispiel mit Krediten und Beteiligungen. Und Vergänglichkeit hat
noch einen Vorteil: sie ist gnädig.





Sanfte Vergänglichkeit bewahrt uns bei Fehlern vor Schaden. Wer im heutigen System einen geschäftlichen Fehler macht, muss dafür unter Umständen ein Leben lang büßen. Denn durch Zins und Zinseszins vermehrt sich die Wirkung des Fehlers von Jahr zu Jahr.

Dagegen ist Gradido ein gnädiges System. Die Vergänglichkeit macht den Fehler nach einem Jahr nur noch »halb so schlimm«. Sie lässt »Gras darüber wachsen«. Und nach einem weiteren Jahr wird man kaum noch etwas davon zu sehen bekommen.

Wie viele erfolgsversprechende Geschäftsideen scheitern heutzutage oft schon in den ersten Jahren, weil sie nicht gut finanziert werden konnten? Und wie viele einst gut gehende Firmen müssen aufgeben? Ein Großteil dieser Firmenpleiten wäre unnötig – hätten wir nur nicht ein so unerbittliches Wirtschaftssystem.

In der Natürlichen Ökonomie des Lebens wird es kaum noch Firmenpleiten geben. Zum einen haben die Menschen mehr flüssiges Geld, zum anderen können Fehler viel leichter verkraftet werden, ohne dass gleich die Existenz infrage gestellt ist.





Kriege und andere Katastrophen sind Formen unfreiwilliger Vergänglichkeit. Diese tauchen immer dann auf, wenn man das Naturgesetz der Vergänglichkeit nicht eingeplant hat. Sie sind also keine unvermeidlichen Schicksalsschläge, sondern Folgen eines lebensfeindlichen Systems. Ändern wir das System und folgen dem Kreislauf des Lebens, werden solche Katastrophen entweder ausbleiben, oder nicht mehr so verheerende Wirkung haben.

Wenn überall auf der Welt Wohlstand herrscht in Harmonie mit der Natur, gibt es keinen Grund für Kriege mehr. Der Mensch hat ein natürliches Bedürfnis nach Frieden und Glück, das er gerne mit seinen Mitmenschen teilt. Erst wenn er sich in seiner Existenz bedroht fühlt, lässt er sich dazu verleiten, gegen andere Menschen Krieg zu führen.

Naturkatastrophen haben in der Natürlichen Ökonomie des Lebens weniger schlimme Folgen. Denken wir an Fukushima: ein Erdbeben löst einen Tsunami aus, der weite Teile des Landes überflutet. Hätte man an der Küste mehr Wald gehabt, wäre der Tsunami nicht so weit ins Landesinnere eingedrungen. Und hätte man auf naturfreundliche Energien gesetzt anstatt auf Atomenergie, wäre die Atomkatastrophe ausgeblieben.

Beides – die Bewaldung der Küstenregion und die Entwicklung naturfreundlicher Energieformen – wird durch den Ausgleichs- und Umweltfonds gefördert. Dieser wird durch Geldschöpfung finanziert, die erst durch geplante Vergänglichkeit möglich wird. Manchmal muss man um einige Ecken denken, um die Zusammenhänge zu verstehen.

08.09.12 20:24
dlaniar 

Administrator





Unser bisheriges Geld- Wirtschaftssystem dient nicht dem Wohl der Menschen – im Gegenteil: im Grunde genommen schadet es allen und nützt niemandem. Zwar haben die Bewohner der reichen Industrienationen große Vorteile gegenüber den Menschen in den armen Ländern, doch auch diese Vorteile sind von kurzer Dauer. Was nützen ein schönes Haus und ein dickes Auto, wenn wir Menschen dabei sind, uns selbst zu vernichten?

Bereits die ersten Vorteile genügen um zu belegen, dass die Natürliche Ökonomie des Lebens allen nutzt und niemandem schadet. Die weiteren Vorteile werden diese These noch mehr bestätigen. Im Grunde ist es ja auch kein Wunder, denn wir arbeiten mit der Natur zusammen und nicht gegen sie.

Jeder Mensch – ausnahmslos jeder – hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Dies ist das mindeste, was eine Wirtschaft leisten muss, die den Anspruch erhebt, dem Wohle der Menschen zu dienen. Wie dieses Recht realisiert wird, davon handeln die nächsten Abschnitte.





Grundeinkommen ist fester Bestandteil der Natürlichen Ökonomie des Lebens. Es ist das erste Drittel der Dreifachen Geldschöpfung, neben dem Staatseinkommen und dem Ausgleichs- und Umweltfonds (AUF). Zwei Varianten des Grundeinkommens sind denkbar: das Aktive und das Bedingungslose Grundeinkommen.

Das Aktive Grundeinkommen garantiert Bedingungslose Teilhabe an der Gemeinschaft. Jeder Mensch hat das Recht, sich in die Gemeinschaft einzubringen, also zum Gemein-wohl beizutragen und damit sein Grundeinkommen zu verdienen. Der Beitrag, den er leistet, sollte weitestgehend seinem Wesen entsprechen, d.h. seine Neigungen und Fähigkeiten berücksichtigen. Ein Mensch, der liebt, was er tut, ist glücklicher, zufriedener, gesünder und produktiver als ein Mensch, der seine Tätigkeit nicht liebt. Allein schon deshalb liegt es im Interesse aller, dass jeder seinem Wesen entsprechend beitragen darf.

Dies gilt auch für Kinder und alte Menschen. Kinder, die verantwortungsvoll zum Gemeinwohl beitragen dürfen, zeigen schon in frühen Jahren Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl. Sie entwickeln sich physisch und psychisch gesünder. Alte Menschen, die sich gebraucht fühlen, bleiben länger gesund und leben länger.

Die Bedingungslose Teilhabe ist beides: geben und empfangen – und das gleich in beiden Richtungen. Sie ermöglicht jedem Menschen zu geben und an seiner Aufgabe zu wachsen.

Die Gemeinschaft empfängt die Gaben ihrer Mitglieder und gibt ihnen das Aktive Grundeinkommen: »Tausend Dank, weil du bei uns bist!«
Die tiefe Befriedigung, die dadurch entsteht, zum Gemeinwohl beitragen zu dürfen, und die damit verbundenen positiven Auswirkungen auf Lebensqualität und Gesundheit lassen uns dem Aktiven Grundeinkommen eindeutig den Vorzug geben





Obwohl wir das Aktive Grundeinkommen eindeutig bevorzugen, ist auch die Variante eines Bedingungslosen Grundeinkommens denkbar. Das Bedingungslose Grundeinkommen wird immer mehr in der Öffentlichkeit diskutiert. Es spaltet die Menschen in zwei Lager: die Befürworter, die damit die Lösung vieler Probleme sehen und die Gegner, die berechtigte Zweifel hegen, ob bei einem Bedingungslosen Grundeinkommen noch alle Güter produziert werden, die die Gesellschaft braucht.

Soweit wir es beurteilen können, ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen in vernünftiger Höhe innerhalb des alten Systems nicht finanzierbar. Und wenn doch, dann nur in reichen Ländern. Sollte sich die Grundeinkommens-Bewegung zur starken politischen Kraft entwickeln, wird sie nicht umhin kommen, nach einem besseren Geldsystem Ausschau zu halten. Die Natürliche Ökonomie des Lebens ist hierfür die ideale Lösung. Wir brauchen nicht erst über die Finanzierbarkeit zu debattieren, denn der Gradido wird durch das Grundeinkommen geschöpft.

08.09.12 23:37
dlaniar 

Administrator





Grundeinkommen und Vollbeschäftigung werden oft als Gegensätze wahrgenommen. Dies trifft nur beim Bedingungslosen Grundeinkommen zu. Das Aktive Grundeinkommen mit seiner Garantie zur Bedingungslosen Teilhabe schafft Vollbeschäftigung aus dem Stand heraus. Denn jeder Mensch hat das Recht, seinem Wesen entsprechend zum Gemeinwohl beizutragen und damit sein Aktives Grundeinkommen zu verdienen. Die Frage der Finanzierbarkeit muss nicht gestellt werden, da das Grundeinkommen zur Geldschöpfung beiträgt.

Bedingungslose Teilhabe ist etwas ganz anderes, als die derzeitigen Ein-Euro-Jobs. Diese sind mehrfach erniedrigend: zuerst muss man nachweisen, dass man nicht in der Lage ist, am normalen Arbeitsmarkt eine Stelle zu bekommen. Nachdem man dies nachgewiesen hat, bekommt man einen Anspruch auf Sozialhilfe. Die Prozedur bis dahin ist bereits sehr erniedrigend. Und jetzt wird man noch verdonnert, irgendeine unqualifizierte Tätigkeit auszuüben und dafür nur 1 €pro Stunde zu verdienen.

Bedingungslose Teilhabe beginnt damit, dass man überhaupt nichts nachweisen muss. Man setzt sich zusammen, und überlegt, was der Einzelne am liebsten tut und besonders gut kann. Gegebenenfalls können Einzel- oder Gruppengespräche helfen, das volle Potenzial zu entwickeln. Anschließend schaut man gemeinsam, wie sich die Fähigkeiten optimal für die Gemeinschaft einsetzen lassen. Hierfür gibt es 20 Gradido pro Stunde: bis maximal 50 Stunden, also insgesamt 1000 Gradido im Monat.

Da jeder das Recht zur Bedingungslosen Teilhabe hat, werden sofort 100 % Vollbeschäftigung erreicht.





Wie bereits angedeutet gibt es berechtigte Zweifel an dem Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens. Ein Zweifel bezieht sich auf dessen Finanzierbarkeit. Dieses Problem existiert bei Gradido nicht, weil hier das Geld durch Grundeinkommen geschöpft wird.

Anders verhält es sich bei der Frage, ob alle Güter produziert werden, die eine Gesellschaft braucht, wenn jeder ein Bedingungsloses Grundeinkommen erhält. In einer reichen Industrienation wie Deutschland dürfte die Güterproduktion weitgehend gewährleistet sein. Wie aber sieht es auf armen Kontinenten aus wie zum Beispiel in Afrika? Wenn dort jeder ein Bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von umgerechnet 1000 €pro Monat bekäme, würden dort noch genügend Menschen arbeiten, um die Versorgung zu gewährleisten? Wir wissen es nicht.

Das Aktive Grundeinkommen lässt diese Frage gar nicht erst aufkommen. Es bietet jedem das Recht zur Bedingungslosen Teilhabe an der Gemeinschaft. Jeder Mensch hat das Recht, sich sein Grundeinkommen zu verdienen. Macht er von seinem Recht Gebrauch, muss er etwas für die Gemeinschaft tun. In jedem funktionierenden Familienbetrieb ist es ganz normal, dass alle Familienmitglieder mit anpacken. Wirken die Kinder, die in Familienbetrieben aufwachsen, unglücklicher als andere? Im Gegenteil: sie entwickeln schon frühzeitig Verantwortungsgefühl und Selbstbewusstsein.

Was in einem Familienbetrieb funktioniert, das macht auch in einer größeren Gemeinschaft Sinn. Die anstehenden Aufgaben bieten Tätigkeitsfelder für jeden, sein Potenzial zu entfalten. Jeder ist Teil der Gemeinschaft. Jeder hat seinen Verantwortungsbereich.
Jeder ist wichtig.

Von den öffentlichen Verkehrsmitteln über den Anbau von Nahrungsmitteln bis hin zur Schule und zum Gesundheitswesen: viele Arbeiten, die notwendig sind, um die Versorgung eines Landes aufrecht zu erhalten, können bereits über die Bedingungslose Teilhabe in Verbindung mit dem Aktiven Grundeinkommen sichergestellt werden.

Und was ist mit Tätigkeiten, die eine Vollzeit-Beschäftigung erfordern? Dafür gibt es zusätzlich noch die zweite und dritte Geldschöpfung: das Staatseinkommen und den Ausgleichs- und Umweltfonds. Ein Arzt, eine Lehrerin oder ein Busfahrer könnte beispielsweise 50 Stunden im Monat auf Grundeinkommens-Basis arbeiten, und der Rest wird aus dem Staatseinkommen finanziert.

09.09.12 00:57
dlaniar 

Administrator





Immer mehr Ehen werden geschieden, und immer mehr Kinder kommen unehelich zur Welt. Es steht uns nicht zu, diese Entwicklung zu beurteilen. Wir können auch nicht die zwischenmenschlichen Probleme lösen, die daraus entstehen. Doch wir können die Unterhaltsproblematik lösen, die bisher zu extremer Ungerechtigkeit und großem Leid geführt hat.

Allein erziehende Eltern und deren Kinder haben, wie alle anderen Menschen, das Recht auf Bedingungslose Teilhabe. Sie haben das Recht, zum Gemeinwohl beizutragen und 1.000 Gradido pro Monat zu empfangen. Allein erziehende Eltern mit zwei Kindern zum Beispiel haben zusammen Anspruch auf 3.000 Gradido Grundeinkommen. Selbstverständlich leisten Kinder kindgerechte Beiträge zum Gemeinwohl: Tätigkeiten, die ihnen
Freude machen und ihren Fähigkeiten entsprechen.

Allein erziehende Eltern und deren Kinder sind also nicht mehr benachteiligt. Als gleichberechtigte Mitglieder der Gemeinschaft genießen sie ein hohes Ansehen, ein gutes Einkommen und das beglückende Gefühl, dazu zu gehören.





Haben Sie schon mal das Wort Linux gehört? Dies ist das Betriebssystem, auf dem die meisten Internetserver der Welt laufen. Es handelt sich um Open Source Software, um freie Software, deren Quellcode für jedermann offen ist und die jeder benutzen darf. An ihrer Weiterentwicklung arbeiten Tausende von Programmierern unentgeltlich. Kein Softwarekonzern der Welt könnte sich ein so großes internationales Entwickler-Team
leisten.

Die Entwickler leisten diese Arbeit bis jetzt noch in ihrer Freizeit. Ihren Lebensunterhalt müssen sie mit anderer Arbeit verdienen, z.B. indem sie an kommerziellen Projekten arbeiten.

Was aber ist, wenn ein Entwickler sich auf ein noch unbekanntes Projekt konzentrieren will, das seine volle Aufmerksamkeit erfordert? So ein Projekt könnte zum Beispiel die Entwicklung einer Maschine sein, die eine bisher unbekannte und daher wissenschaftlich noch nicht anerkannte Energiequelle nutzt. Wenn er sich nur in seiner Freizeit darauf konzentrieren kann, fehlt ihm vielleicht die Zeit, um den Durchbruch zu schaffen.

Mit dem aktiven Grundeinkommen wäre das kein Problem. Wahrscheinlich könnte er der Gemeinschaft den Nutzen seiner Entwicklungsarbeit erklären und dafür sein Aktives Grundeinkommen empfangen. Und selbst, wenn er 50 Stunden fachfremde Arbeit für die Gemeinschaft leisten würde, bliebe ihm immer noch genügend Zeit, um an seiner Forschung weiterzuarbeiten. Wenn er Familie hat, wird er nicht zusätzlich mit Unterhalts-verpflichtungen belastet, denn jedes Familienmitglied hat selbst Anspruch auf ein Akti-ves Grundeinkommen.

Man stelle sich vor, wie viele bislang unerkannte Genies dadurch die Gelegenheit bekommen, an ihren Projekten zu forschen und zu entwickeln. Welch einen fantastischen Fortschritt wird die Menschheit dadurch erreichen!

09.09.12 12:32
dlaniar 

Administrator





Der gesamte Bereich von Forschung und Entwicklung kann sich losgelöst von kommerziellen Zwängen entfalten. Zwar ist nichts dagegen einzuwenden, dass Entwickler an den Früchten ihrer Arbeit beteiligt sind. Es ist gut, wenn Unternehmen ihre Entwicklungsabteilungen haben und ihre Angestellten gut bezahlen.

Doch es gibt auch Gebiete, auf denen die Forschung zunächst noch nicht wirtschaftlich verwertbar erscheint. Vielleicht läuft sie sogar den wirtschaftlichen Interessen einiger Unternehmen zuwider. Es könnte ja sein, dass eine Erfindung die Produkte eines ganzen Konzerns oder sogar eines Industriezweiges überflüssig macht. Für die Menschheit und für die Natur wäre die neue Erfindung vielleicht ein Segen. Doch es findet sich kein Unternehmen, das ein solches Produkt finanzieren will.

Mit dem Aktiven Grundeinkommen sind Forscher, die an unkonventionellen Themen arbeiten, nicht von der Meinung anderer abhängig. Sie sind auf jeden Fall versorgt und können ihrer Forschungsarbeit nachgehen.





Jedes größere Unternehmen hat einen Personaletat. Man kann davon ausgehen, dass ein Unternehmen mit 2000 Mitarbeitern doppelt so viele Personalkosten hat, wie ein vergleichbares Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern. Der Personaletat müsste also proportional mit der Anzahl der Mitarbeiter steigen oder fallen.

Gleiches sollte man auch beim Staatshaushalt verschiedener Länder erwarten. In einem Land mit 200 Millionen Einwohnern sollte der Staatshaushalt doppelt so hoch sein, wie bei einem Land mit 100 Millionen Einwohnern. Idealerweise ist der Staat für seine Bürger da, und die Aufwendungen pro Bürger müssten überall auf der Welt in etwa gleich sein. Leider ist das bis jetzt noch nicht so. Es gibt unendlich arme Länder, und es gibt reiche Industrienationen. Zwar sind alle hoch verschuldet und haben extreme Finanzprobleme, aber das ist ein anderes Thema.

In der Natürlichen Ökonomie des Lebens wird pro Bürger pro Monat 1000 Gradido für das Staatseinkommen geschöpft. Der Staatshaushalt pro Person ist also für alle Länder der Welt exakt gleich. Ein Zwergstaat hat pro Person genauso viel Geld zur Verfügung, wie ein riesiger Staatenbund.

Wie hoch ist der Staatshaushalt im Vergleich zu den heutigen Verhältnissen? In Deutschland hätten wir eine knappe Billion Gradido Staatseinkommen pro Jahr. Das entspricht etwa der Höhe des deutschen Staatshaushaltes plus Krankenversicherung plus Sozialversicherung.





Staatshaushalt plus Gesundheit- und Sozialwesen werden aus der zweiten Geldschöpfung finanziert. Es sind keine Steuern, Pflichtversicherungen oder Sozialabgaben nötig. Das Staatseinkommen pro Kopf ist ungefähr so hoch, wie zurzeit in Deutschland. Dabei fallen
eine Menge Ausgaben weg:


    • Ein schuldenfreier Staat muss weder Zins noch Tilgung bezahlen.
    • Über die Bedingungslose Teilhabe werden Arbeiten erledigt, die sonst zu Lasten
    des Staatshaushaltes gehen würden.
    • Durch das Grundeinkommen entfallen viele Sozialausgaben.

Ohne Steuern einnehmen zu müssen, haben wir einen großzügigen Staatshaushalt mit Gesundheits- und Sozialwesen bei deutlich geringeren Ausgaben. Die Überschüsse können für die »schönen Dinge des Lebens« verwendet werden. Damit steigt die Lebensqualität der Menschen noch weiter an.

09.09.12 14:50
dlaniar 

Administrator





Ein Staat, der von seinen Bürgern kein Geld eintreiben muss, braucht sie weniger zu kontrollieren. Zwar müssen die Bürger weiterhin vor kriminellen Übergriffen geschützt werden, doch bei zufriedenen Menschen wird auch das kriminelle Potenzial sinken. Das Mehr an Freiheit wirkt sich wiederum auf das Wohlgefühl der Menschen aus. Lebensqualität, Glück, Zufriedenheit steigen weiter.





In einem Punkt scheinen sich die Politiker einig zu sein: sie fordern Bürokratieabbau. Die Natürliche Ökonomie des Lebens braucht viel weniger Verwaltung, denn ein großer Teil der Kontrollorgane wird nicht mehr benötigt. Vielleicht braucht man das Finanzamt noch, um das Grundeinkommen auszubezahlen. Vielleicht macht dies auch das ehemalige Sozialamt oder die Arbeitsagentur. Aber alle drei zusammen werden nicht mehr gebraucht werden.

Nicht nur die staatliche Bürokratie darf gesundschrumpfen, auch im kommerziellen Bereich wird weniger Verwaltung benötigt. Die ehemaligen Krankenkassen beziehen ihren Etat aus der zweiten Geldschöpfung. Sachbearbeiter werden nur noch für die Abwicklung von Schadensfällen oder zur Gesundheitsvorsorge gebraucht.

Dabei muss es nicht unbedingt zu Entlassungen kommen. Es könnte sich auch das Aufgabengebiet der Beamten und Angestellten ändern. Der Fokus bewegt sich weg von Kontrolle in Richtung Beratung. Man hat wieder Zeit für die Menschen. Und da ein großzügiger Etat vorhanden ist, kann diese Zeit auch bezahlt werden.





Man könnte nun meinen, durch ein Grundeinkommen würde der Anreiz sinken, eine gute Leistung zu erbringen. Aber ist das wirklich so? Um dies zu beurteilen, schauen wir uns das Zusammenspiel folgender Parameter an.

Mit einem Grundeinkommen, ganz gleich ob aktiv oder bedingungslos, ist jeder versorgt, das ist richtig. Der nackte Überlebenstrieb fällt als Anreiz also weg. Für schlecht bezahlte, unangenehme, langweilige, gefährliche und menschenunwürdige Arbeiten werden sich
kaum Bewerber finden. Doch die meisten dieser Arbeiten wurden sowieso bereits wegrationalisiert. Außerdem dienen sie nicht dazu, die Lebensqualität der Arbeitenden zu steigern. Im Gegenteil: die meisten, die heute noch solche Arbeiten verrichten müssen, haben bereits innerlich gekündigt. Sie werden ihren Job sofort an den Nagel hängen, sobald sie etwas Besseres finden. Wir tun also gut daran, diese Art Arbeit immer mehr durch Maschinen zu ersetzen oder zumindest angenehmer, interessanter und leichter zu machen.

Bei allen anderen Arbeiten steigen Motivation und Leistungsanreiz. Warum? Menschen, die durch Grundeinkommen versorgt sind, ergreifen nur noch Berufe, die sie gerne machen und/oder die gut bezahlt werden. Sie suchen sich Arbeitgeber oder Auftraggeber aus, die exzellentes Arbeitsklima und sinnerfüllende Aufgaben bieten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Arbeitgeber alles daran setzen werden, die Arbeitsbedingungen so gut wie möglich zu gestalten. Unter guten Arbeitsbedingungen lässt es sich gut und motiviert arbeiten. Gerne ist man bereit, gute Leistung zu erbringen.

So gesehen sind alle ungünstigen Umstände aus dem Weg geräumt, die bisher die »normalen« Menschen von großartigen Leistungen abhalten konnten. Früher waren es außergewöhnliche Menschen, die Außergewöhnliches leisteten. Die Natürliche Ökonomie des Lebens schafft Umstände, unter denen jeder ganz normale Mensch sein volles Potenzial entfalten und auf seinem ganz persönlichen Gebiet wahre Wunder vollbringen kann. Und auf finanzieller Ebene besteht ein hoher Leistungsanreiz, denn alle Einnahmen sind steuerfrei.

Zuletzt bearbeitet am 09.09.12 15:01

09.09.12 16:57
dlaniar 

Administrator





Ohne Steuern und sonstige Abgaben ist Brutto gleich Netto. Was wir erwirtschaften, gehört uns auch. In der Natürlichen Ökonomie des Lebens sind wir niemandem dafür Rechenschaft schuldig, auch nicht dem Staat. Zur Selbstkontrolle können wir Buchhaltung machen, aber wir sind nicht von Staats wegen dazu verpflichtet.

Arbeiter und Angestellte bekommen ihren Lohn und ihr Gehalt voll ausbezahlt. Selbstständige und Unternehmer müssen keine Steuern und Abgaben in ihre Preiskalkulation einbeziehen. Dies erleichtert das Leben spürbar, erhöht die Einkommen und senkt gleichzeitig die Kosten.

09.09.12 17:24
dlaniar 

Administrator





Momentan wird etwa die Hälfte der Lohnkosten für die Abgaben benötigt. Nur die andere Hälfte kommt bei den Arbeitnehmern an. Verschleiert wird dieser Zustand durch den so genannten »Arbeitgeberanteil«. Die Arbeitnehmer müssen nur die Hälfte ihrer Versicherungen und Sozialabgaben von ihrem Lohn bezahlen, die andere Hälfte geben die Arbeitgeber dazu. Dies ist natürlich nur Augenwischerei, denn die Arbeitgeber müssen auch den Arbeitgeberanteil mit in die Lohnkosten einkalkulieren.

Bei Gradido ist Brutto gleich Netto. Die gesparten Abgaben werden sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen: Die Arbeitnehmer erhalten einen höheren Nettolohn, und die Arbeitgeber haben geringere Lohnkosten.

Zuletzt bearbeitet am 28.11.12 11:17

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