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Das Buch von Bernd Hückstädt in kleinen Portionen
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27.09.12 17:29
dlaniar 

Administrator

Das Buch von Bernd Hückstädt in kleinen Portionen

Für Leute mit weniger Zeit oder Geduld stelle ich hier das Buch in kleineren Portionen ein.

Ich beginne mit der im Buch enthaltenen Geschichte Joytopia.

http://www.pachizefalos.de/texte/joytopia-Kurzgeschichte.pdf



Zuletzt bearbeitet am 04.08.13 15:07

11.10.12 22:17
dlaniar 

Administrator

Severn Suzuki - Rede 1992 - Earth Summit in Rio de Janeiro

Das Mädchen, das die Welt für fünf Minuten zum Schweigen brachte

Geboren und aufgewachsen in Vancouver, Kanada, gründete Severn Suzuki mit gerade
mal neun Jahren die ECO (Environmental Children's Organisation). Als sie zwölf war,
gelang es ihr und drei Mitstreitern, das Geld zusammenzubringen um anno 1992 an den
Earth Summit in Rio de Janeiro zu reisen. Sie zeigte auf, wie die diversen Umweltprobleme aus der Sicht Jugendlicher aussehen.

Hier ihre Rede:
»Mein Name ist Severn Suzuki, und ich spreche im Namen der ECO "Enviromental
Children's Organization". Wir sind eine Gruppe Elf- bis Zwölfjähriger aus Kanada, welche versuchen, einen Unterschied zu bewirken, Vanessa Suttie, Morgan Geisler, Michelle
Quigg und meine Wenigkeit.

Ganz allein haben wir das Geld aufgebracht, um 6000 Meilen zu reisen und Euch Erwachsenen zu sagen, dass Ihr etwas ändern müsst. Ich bin gekommen ohne Hintergedanken. Ich kämpfe für meine Zukunft. Eine Zukunft zu verlieren ist nicht dasselbe, wie eine Wahl zu verlieren oder ein paar Punkte im Aktiengeschäft. Ich spreche hier im Namen aller zukünftigen Generationen. Ich spreche im Namen der verhungernden Kinder dieser Welt, deren Schreie ungehört verhallen. Ich spreche für die zahllosen Tiere, welche auf
diesem Planeten verenden, weil es für sie keinen Platz mehr gibt. Wir können es nicht
verantworten, dass sie nicht gehört werden.

Ich fürchte mich in die Sonne zu gehen wegen des Ozonlochs. Ich habe Angst die Luft zu
atmen, weil ich nicht weiß, was für Chemikalien sie enthält. Früher ging ich mit meinem
Vater fischen, bis wir dann vor einigen Jahren Fisch fingen, der voller Krebs war. Und
jetzt hören wir gar von Tieren und Pflanzen, welche aussterben – für immer verschwinden.
Ich habe davon geträumt, Herden wilder Tiere, Dschungel und Regenwälder voller Vögel
und Schmetterlinge zu sehen, doch jetzt frage ich mich, ob dies alles überhaupt noch
existieren wird, wenn meine Kinder es einmal sehen möchten.

Mussten Sie sich über solche Sachen Gedanken machen, als Sie in meinem Alter waren?
All dies geschieht vor unseren Augen, und dennoch reagieren wir, als ob wir noch alle
Zeit der Welt hätten und alle Lösungen.

11.10.12 22:27
dlaniar 

Administrator

Severn Suzuki - Rede 1992 - Earth Summit in Rio de Janeiro - 2

Ich bin nur ein Kind und ich habe nicht all die Lösungen, aber ich möchte, dass Sie realisieren, dass auch Sie sie weder haben noch kennen. Sie wissen nicht, wie das Ozonloch
geschlossen werden kann. Sie wissen nicht, wie man Lachs in einen ausgetrockneten
Fluss zurückbringt. Sie wissen nicht, wie die ausgestorbenen Arten zurückgeholt werden
könnten. Und Sie können uns die Wälder nicht zurückbringen, welche einmal da waren,
wo jetzt Wüste herrscht.

Wenn Sie nicht wissen, wie Sie all dies rückgängig machen können, dann hören Sie auf,
es zu zerstören!

Hier mögen Sie zwar Delegierte Ihrer Regierungen sein, Geschäftsleute, Organisatoren,
Reporter oder Politiker, aber in Wirklichkeit sind Sie Mütter, Väter, Brüder und Schwestern, Tanten und Onkel - und Sie alle sind jemandes Kind! Ich bin nur ein Kind und weiss
doch, dass wir alle Teil einer Familie sind, die 5 Milliarden Mitglieder zählt, 30 Millionen Species, und wir teilen alle dieselbe Luft, dasselbe Wasser und denselben Grund und
Boden – und daran werden weder Grenzen noch Regierungen je etwas ändern.

Ich bin zwar nur ein Kind und doch weiß ich, dass wir alle in einem Boot sitzen und vereint, mit einem Ziel vor Augen handeln sollten. In meinem Ärger bin ich nicht blind und
trotz meiner Furcht habe ich keine Angst, der Welt zu sagen, wie ich mich fühle. In meinem Land produzieren wir so viel Abfall; wir kaufen und werfen weg, kaufen – werfen
weg, kaufen – werfen weg. Und trotzdem wollen wir nördlichen Länder nicht mit den Be-dürftigen teilen. Selbst wenn wir mehr als genug haben, fürchten wir uns vor dem Verlust
unseres Wohlstands und davor, zu teilen.

In Kanada leben wir ein privilegiertes Leben mit Essen im Überfluss, Wasser und einem
Dach über dem Kopf – wir haben Uhren, Fahrräder, Computer und Fernseher.
Vor zwei Tagen waren wir echt geschockt hier in Brasilien, als wir etwas Zeit mit den
Straßenkindern verbrachten. Eines dieser Kinder sagte zu uns: "Ich wollte ich wäre reich,
denn dann würde ich all den Straßenkindern Essen, Kleider, Medikamente, ein Dach
über dem Kopf, Liebe und Zuneigung schenken."

Wenn ein Straßenkind, das nichts hat, bereit wäre, zu teilen, warum sind wir, die wir alles haben, immer noch so gierig? Ich kann nicht aufhören daran zu denken, dass diese
Kinder nicht älter sind als ich und dass es einen unglaublichen Unterschied macht, wo
man geboren wird, und dass ich eines dieser Kinder sein könnte, das in den Favelas von
Rio lebt, oder ein verhungerndes Kind in Somalia, ein Kriegsopfer im Mittleren Osten
oder ein Bettler in Indien.

Ich bin nur ein Kind und doch weiß ich, was für ein wundervoller Ort diese Erde sein
könnte, würden wir all das Geld, welches wir in Kriege stecken, dafür verwenden, der
Armut ein Ende zu setzen und Lösungen in Bezug auf unsere Umweltprobleme zu finden.
In der Schule, ja selbst im Kindergarten, bringt Ihr uns bei, wie wir uns zu verhalten haben.

Ihr lehrt uns:
• nicht mit anderen zu kämpfen
• Probleme zu lösen
• andere zu respektieren
• unseren Müll zu entsorgen
• andere Lebewesen nicht zu verletzen
• zu teilen
• nicht gierig zu sein

Warum um alles in der Welt tut Ihr genau die Dinge, die Ihr uns lehrt, nicht zu tun?

Vergessen Sie nicht, warum Sie solche Konferenzen abhalten und für wen Sie es tun - wir
sind Ihre eigenen Kinder. Sie entscheiden, in was für einer Welt wir aufwachsen. Eltern
sollten ihre Kinder beruhigen können indem sie sagen "alles ist gut", "wir tun unser Bestes" und "das ist nicht das Ende der Welt". Ich denke jedoch kaum, dass Sie das weiterhin
zu uns sagen können. Sind wir überhaupt noch auf Ihrer Prioritätsliste aufgeführt?

Mein Vater pflegte zu sagen: "Du bist nicht was Du sagst, sondern was Du tust". Was Sie
tun, bringt mich nachts zum weinen. Ihr Erwachsenen sagt, ihr liebt uns. Ich fordere Sie
heraus, bitte lassen Sie Ihre Handlungen Ihre Worte widerspiegeln.
Danke, dass Sie mir zugehört haben.«
– Severn Suzuki

Die Rede auf youtube mit deutschen Untertiteln:

http://www.youtube.com/watch?v=1h7Can3tPEc




Zuletzt bearbeitet am 11.10.12 22:35

12.10.12 10:13
derda 
Als ich mir die Rede bei Youtube angeschaut habe, kamen mir die Tränen.

Zu der Rede von Severn Suzuki auf dem Umweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro

ich danke, dass ich hier den Link zu dieser bewegenden Rede bekommen habe und hoffe, dass viele diese Rede lesen und den Film anschauen.

Die anzeigenabhängigen Medien überhäufen uns mit Schreckensmeldungen. Solche positive Meldungen sind viel zu selten. Die latente Angst, die durch die Berichte über Fehlentwicklungen und Unfälle und Kriege unterschliedliche Art erzeugt wird, ist Absicht. Angst ist die Voraussetzung für Herrschaft. Angst ist die Voraussetzung für das Stillehalten des größten Teils der 99%, ohne die Herrschaft nicht möglich wäre.

Die Zustände und Umstände, die in dieser Rede klar genannt werden, sind nur möglich, weil die Mehrheit paralysiert ist und sich mit Brot und Spielen ruhig stellen lässt.

Zuletzt bearbeitet am 12.10.12 10:16

13.10.12 07:46
dlaniar 

Administrator

Re: Als ich mir die Rede bei Youtube angeschaut habe, kamen mir die Tränen.

@ derda

Ein Freund hat mir einen Titel von Christian Felber (Mitbegründer von Attac Österreich) empfohlen:
'Kooperation statt Konkurrenz - 10 Schritte aus der Krise'.

Dieser Satz daraus passt sehr gut zu deinem Beitrag :

'Wer an die eigene Ohnmacht glaubt, macht sich zum wertvollsten Verbündeten der Mächtigen'.



Zuletzt bearbeitet am 06.10.13 00:17

25.04.14 17:11
dlaniar 

Administrator

Re: Das Buch von Bernd Hückstädt in kleinen Portionen

Passend zu dem Felber-Zitat fand ich unlängst einen netten Spuch von Tendzin Gyatsho, dem 14. Dalai Lama:



Es ist vielleicht das Wichtigste, das passieren kann, dass genügend Menschen herauskommen aus ihrer vermeintlichen Ohnmacht und gemeinsam Verhältnisse auf der Erde herstellen, die menschenwürdig für alle sind. Die Idee Gradido hat wohl das Zeug dazu . . .

04.07.14 15:25
dlaniar 

Administrator

die Zerstörung des Dorfes

Auf der Gradido-Seite (http://gradido.net/)findet man außer dem Buch recht viele Dinge. Auf eine Geschichte von Bernd Hückstädt soll hier hingewiesen werden: "Die Geschichte des Dorfes", in der das Null-Summenspiel unseres Wirtschaftssystems in seiner fatalen Fehlkonstruktion anschaulich dargestellt wird.

http://gradido-de.blogspot.de/2013/03/di...des-dorfes.html

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