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"Schulzwang und Demokratie"
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31.07.14 03:16
dlaniar 

Administrator

"Schulzwang und Demokratie"



Zur Stützung dieser Aussage füge ich hier ein paar Zitate ein aus dem Buch "Natural Born Learners" Hrsg. Beatrice Ekwa Ekoko und Carlo Ricci.

John Taylor Gatto: Schoolin: A Highly Questionable Question:

"Schule ist eine höchst fragwürdige Praxis. (das schließt gute Schulen ebenso ein sowie schlechte). Es ist möglich, von Schule etwas zu profitieren, aber ich denke der Schaden, der angerichtet wird, ist immer viel größer als aller Gewinn, der möglich ist. In vielen, vielen Fällen kommt nicht viel Gutes heraus. Es ist einfach eine Methode der Wegsperrung."

Kommentar von mir: Nicht einmal eine billige Methode der Wegsperrung. Dass trotz Schule viele etwas lernen, sei unbestritten. Sie würden entschieden mehr lernen können ohne unser Schulsystem. Mein Kontakt zu "unschooled" Jugendlichen hat mich davon überzeugt. Die Schäden, die von unserem Schulsystem erzeugt werden, sind schlimm. Unser Schulsystem geht davon aus, dass Kinder faul und dumm wären und es ohne Schule auch blieben. Leider ist es so, dass unter dieser Grundvoraussetzung viel zu viele die Schule genau so verlassen, wie ihnen unterstellt wird: Faul und dumm. Die steigende Analphabeten-Quoten sind nur ein Teil. Schlimmer ist wohl der Mangel an Förderung sozialer Kompetenz in unserem Konkurrenz-System. Schlimmer ist, dass dann Führungskräfte die in Schule eingebaute Ideologie so weit verinnerlicht haben, dass niemand diese heilige Kuh schlachten will. Schlimmer ist, das Menschen, die dieses System erfolgreich durchlaufen haben und es deshalb nicht mehr hinterfragen wollen, an den Schlüsselstellen von Wirtschaft, Politik und Medien sitzen und uns von Krise zu Krise und von Krieg zu Krieg führen.

Matt Hern: Getting Kids From The Streets:
"Wir leben in einer Kultur die glaubt, Kinder könnten nichts lernen, ohne unterrichtet zu werden. Von der Idee kann man sich gar nicht leicht frei machen. Wenn Sie Kinder haben, ist das leicht zu sehen, dass niemand daran denken würde, ein ein Jahr altes Baby zu lehren, wie man spricht. Ein-jährige können sich die kompliziertesten Sprachen der Welt aus eigenem Antrieb erschließen. Sie benötigen keine Arbeitsmappen, sie brauchen niemanden, der dort sitzt und sie mit Argusaugen beobachtet und ihnen erzählt, wie sie Dinge tun sollen und vorgibt, sie zu unterrichten. Aber irgendwie, erwarten wir fünf Jahre später, dass Kinder unterrichtet werden müssen, wie man genau die gleiche Sprache liest, die zu sprechen sie sich vor vier Jahren selbst beigebracht hatten."
( . . . )
"Wenn Sie einen Kindertag nehmen, und ihn so intensiv mehr oder weniger willkürlich in kleine Ein-Stunden- Blöcke aufteilen, und verlangen, dass die Kinder von Thema zu Thema springen, passiert auf jeden Fall eins (und das ist bei der Entwicklung von Soldaten und gefügigen Arbeitern wirklich wichtig), dass Kinder die Fähigkeit verlieren, Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Denn nach dem Klang der Glocke musst du funktionieren dong „Jetzt haben wir Mathe“ dong „Jetzt haben wir Chemie“ und nicht dort sitzen, und zu fragen, "Warum mache ich das? Ich würde gern etwas anderes tun." Es ist wichtig für das Schulsystem, dass die Kinder nicht einmal anfangen, diese Frage zu stellen. Es geht darum in der Lage zu sein, der Obrigkeit zu folgen und von jetzt auf gleich zu reagieren - ohne zu fragen.
( . . . )
"Wir erwarten, dass Kinder den ganzen Tag in der Schule sitzen, passiv auf Autorität reagieren, sich nach dem Klang einer Glocke bewegen, und sich nur entsprechend der Erwartungen und Mechanismen anderer Menschen beurteilen. Dann, ganz plötzlich, schließen sie die High School ab und man erwartet, dass sie ihr eigenes Leben meistern!"

Vor langer Zeit hat Hartmut von Hentig das Buch geschrieben. "Die Schule neu denken"

Es waren auch viele gute Ansätze in diesem Buch, aber einige grundsätzliche Fehler für ein Bildungssystem in einer Demokratie blieben unangetastet. Es blieb "Die Schule".



Zuletzt bearbeitet am 31.07.14 20:12

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