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KINDER LERNEN, DASS KONFLIKTE OKAY SIND
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23.09.12 22:24
dlaniar 

Administrator

KINDER LERNEN, DASS KONFLIKTE OKAY SIND

Während Schulkonflikte, die in brutale Gewalt ausarten, Schlagzeilen machen, entwickeln Tausende von Schulen Methoden, Gewalt entgegenzuwirken und Konflikte in Stärke zu verwandeln.

In einer Bewegung, die noch vor kaum zwanzig Jahren undenkbar gewesen wäre, trainieren Schüler und Lehrer, Differenzen unter Gleichaltrigen zu schlichten. Das funktioniert so: Schüler melden sich freiwillig zu einem Mediationstraining - in der Regel fünfzehn Stunden mit intensivem Zuhören, Interpretieren, Neuformulieren und Rollenspielen. Die neuen Mediatoren bieten ihre Dienste an und ermutigen ihre Mitschüler, mit ungelösten Streitigkeiten zu ihnen zu kommen. In den Schulen melden sich oft sehr viel mehr Freiwillige als gebraucht werden.

„Ein Lehrer übernimmt normalerweise die Rolle des Weichenstellers", erklärte mir Richard Cohen, einer der Begründer der Bewegung. „Wenn ein Konflikt entsteht, wählt diese Person zwei Schüler-Mediatoren aus, die für die beiden Parteien richtig sein könnten. Einige Schulen haben mit dreihundert bis vierhundert Fällen pro Jahr zu tun, und ein ausgereiftes Programm erreicht zehn Prozent der Schülerschaft pro Jahr." In nur einem Jahrzehnt ist die Zahl der teilnehmenden Schulen von fünftausend auf zwischen zehn- und fünfzehntausend gestiegen.

„In einer neuen High School in Lincoln-Sudbury, Massachusetts, wurde sogar eine ganze Reihe mit Räumen für die Mediation eingeplant", berichtete Cohen. „So viel haben wir bereits erreicht.Was ich an der Mediation liebe, ist, dass sie den Schülern die Verantwortung für einen für sie so wichtigen Teil des schulischen Lebens überträgt - für ihre wechselseitigen Beziehungen. Und dass alle Typen, nicht nur die besten Schüler, beteiligt sind."

    Wir bringen den Kindern bei, dass Konflikte etwas Normales sind,
    dass es keinen Weg zu ihrer Vermeidung gibt,
    und dass sie durchaus positiv sein können.

    RICHARD COHEN,
    GRÜNDER DER ASSOZIATION FÜR SCHULMEDIATION


„Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein durchschnittlicher Schüler ein besserer Mediator ist als ein Erwachsener. Effektivität hängt davon ab, Menschen gut einschätzen zu können, ihnen ein gutes Gefühl zu geben. Ein Siebzehnjähriger kann in hohem Maße über diese interpersonelle Intelligenz verfügen", erklärte Richard.

„Wir haben die Schüler gefragt, ob sie sich schon einmal jemandem näher gefühlt haben, nachdem sie einen Konflikt mit ihm ausgetragen haben. Da gehen viele Hände in die Höhe. Sie verstehen es. Wir lehren auch, dass Konflikte kooperativ und nicht immer nur wetteifernd gelöst werden können."

Wie die vielen Durchbrüche, die eine Kultur der Lebendigen Demokratie erschaffen, kann die Schulmediation inzwischen auf eine Reihe aufgezeichneter Fälle zurückblicken, die ihren Erfolg messbar machen. Ein Bericht aus dem Jahr 2003 zeigt, dass in mehr als neun von zehn Fällen durch Schulmediation eine Lösung erzielt werden konnte, und dass die Streitenden in fast ebenso hohem Maß ihre Zufriedenheit ausdrückten."

Wenn wir die Kunst der Demokratie erlernen, wird uns vielleicht klar, dass Engagement nicht der Spinat ist, den wir essen müssen, um zum Dessert der persönlichen Freiheit zu kommen, wie man uns das beigebracht hat. Es fühlt sich eher an wie ein weiterer Aspekt des unendlichen persönlichen Wachstums, dass das Leben erst lebenswert macht. Oder, wie ein beherzter Bürger mir einmal gesagt hat: „Der Spaß an der Macht."

entnommen aus: Frances Moore Lappé: "Packen wir's an"S. 137 ff

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