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Die Sprache der Demokratie
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26.09.12 17:38
dlaniar 

Administrator

Die Sprache der Demokratie

In ihrem Buch "Packen wir's an" hat Frances Moore Lappé ein Kapitel so genannt "Die Sprache der Demokratie".

Und sie regt an, eine solche Sprache zu kultivieren.

Ich füge hier ein, was sie zu "Freien" Märkten schreibt:

Zitieren:
Frances Moore Lappé:
FREIER MARKT - FREIER HANDEL
ODER
FAIRER MARKT - FAIRER HANDEL?


Die Progressiven vom Internationalen Globalisierungsforum bis hin zu denen des Weltsozialforums wettern gegen die Politik des „freien Marktes". Doch das ist der falsche Feind. Der freie Markt ist nicht realer als der Weihnachtsmann.

„Nichts, absolut nichts auf dieser Welt wird auf dem freien Markt verkauft. Rein gar nichts! Ein freier Markt existiert nur in den Reden der Politiker.“ Das sagte kein wütender Farmer, sondern der Vorstandsvorsitzende des Agrarindustrieriesen Archer Daniels Midland. Er sollte es wissen: Sein Unternehmen hat zusammen mit anderen, einschließlich Cargill und Tate & Lyle, über eine Milliarde US-Dollar gezahlt, um sich in Preisbindungsverfahren außergerichtlich zu einigen.

Märkte sind fair oder unfair, aber sie sind nie „frei" oder „uneingeschränkt", das heißt, sie funktionieren von allein, ohne Regeln. Heute werden Marktregeln, von denen es so einige gibt, geschrieben, um den Interessen der globalen Unternehmen zu dienen: Der volle Text des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens umfasst 1.700 Seiten. Offene, faire Märkte entstehen nicht aus einer interventionsfreien Haltung, sondern aus dem demokratischen Erarbeiten fairer Regeln.

Wie wir gesehen haben, konzentrieren die heutigen auf einer Regel basierenden Ökonomien - höchste Rendite des existierenden Reichtums, also für die Aktionäre, Vorstandsmitglieder, CEOs - unaufhaltsam Reichtum und Macht und unterminieren die wettbewerbsfähigen Märkte. Demokratie ist gefragt, wirklich Lebendige Demokratie, um Regeln zu schaffen und durchzusetzen, mit deren Hilfe Reichtum und Macht weit gestreut werden. Das reicht von progressiver Besteuerung über Mindestlohn bis hin zu einer Gesetzesauslegung, die Kartelle zurückdrängt, damit die Märkte fair und offen bleiben. Lebendige Demokratie ist gefragt, d.h., Bürger beraten über gemeinsame Werte, um zunächst einmal zu entscheiden, was eine Marktware ist und was nicht.

Lassen Sie uns die Worte „freier Handel" und „freier Markt" aus unserem Sprachgebrauch verbannen. Und lassen Sie uns klarstellen, dass es nicht die Progressiven sind, die gegen den Markt sind. Dem ist nicht so. Vielmehr ist die Ideologie der Oberflächlichen Demokratie, die von weit rechts stehenden Kräften als das Evangelium angesehen wird, tödlich für den Markt. Die Konzentration des Reichtums, die die Oberflächliche Demokratie mit sich bringt, zerstört den Wettbewerb und verwehrt allen - bis auf den Begünstigten - den Zugang zum Markt.


Ich füge hier noch andere Begriffe ein, die Frances Moore Lappé unter die Lupe genommen hat. (nicht alle)

Ich würde mich freuen, wenn andere den Faden aufnehmen und ihre Meinung dazu schreiben, wie diese Begriffe manipulativ oder verschleiernd verwendet werden und welche Alternativen wir haben.


Globalisierung

Konsumenten

Aktivist

Konventionelle Landwirtschaft

Nationalverschuldung

20.03.19 03:17
Miranda 
Re: Die Sprache der Demokratie

Zitieren:
„Nichts, absolut nichts auf dieser Welt wird auf dem freien Markt verkauft. Rein gar nichts!
Könntest Du da bitte mal ein Beispiel dazu machen, und das an diesem erklären?

Wenn Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, dann ist es doch ein freier Markt oder



Ich möchte noch was zur Demokratie sagen:
So toll ist das System >Demokratie< gar nicht (wie viele Leute meinen)
Demokratie = Willkür nach der Mehrheit, und generiert keinen Rechtsstaat (wer das glaubt der irrt sich!)
und außerdem haben wir auch nur eine: beschnittene Demokratie

Zuletzt bearbeitet am 20.03.19 03:21

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