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Grüne Politiker nicht Kriegstreiber aber Kriegsdulder
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29.07.14 09:52
dlaniar 

Administrator

Grüne Politiker nicht Kriegstreiber aber Kriegsdulder

http://www.rationalgalerie.de/home/bombe...den-gruenen.pdf

Bombenstimmung bei den GRÜNEN
Waffenindustrie hat den idealen Partner gefunden


Autor: U. Gellermann
Datum: 28. Juli 2014

"Haste mal Munition für mich?" Die Frage wurde von einem namenlosen Mitglied der GRÜNEN jüngst auf der "Stallwächter-Party" in der Baden-Württembergischen Landesvertretung in Berlin einem Vertreter der Rüstungsfirma Diehl hinter vorgehaltener Hand gestellt. Der Mann antwortet korrekt: "Aber nur wenn Sie auch eine Panzerhaubitze zum Verschießen haben, und flüstern müssen Sie hier nicht, wir sind einer der offiziellen Sponsoren dieser Party."

Ausgerechnet der "gute Mensch von Laiz", Winfried Kretschmann, der in seinem Heimatort im Kirchenchor singt , hatte als Chef der Landesregierung eingeladen und sich vom Waffenschieber Diehl, der gern auch eine Art Streumunition herstellt, mit 5.000 Euro bei seiner Party unterstützen lassen. Die GRÜNEN machten es billig, der Diehl-Konzern gehört mit seinen drei Milliarden Euro Jahresumsatz zu den größten Rüstungsläden Deutschlands und hätte gut und gern ein paar Euro mehr locker machen können. Denn wenn eine Partei seit Jahr und Tag tapfer für die Rüstungslobby eintritt, dann sind es die GRÜNEN.

Erst jüngst, mitten in der Ukraine-Krise, hatte der GRÜNEN-Vordenker Ralf Fücks, Chef der Böll-Stiftung, gefordert, Deutschland müsse "raus aus der Komfortzone", das Land sei "auf dem Weg zu mehr internationaler Verantwortung", um dann noch Verständnis für die "Erwartung einer zeitweiligen Verstärkung der NATO-Präsenz an der polnischen Ostgrenze" zu signalisieren. Fücks, der einst wie Kretschmann zu den maoistisch inspirierten Pol-Pot-Verstehern gehörte, hat augenscheinlich nicht mitbekommen, dass sein damaliger Hauptfeind, die Sowjetunion, sich längst zu einem gewöhnlichen kapitalistischen Staat entwickelt hat und Russland heißt.

"Lenkflugkörper, prima Lenkflugkörper", rief der Diehl-Mann auf der Stallwächter-Party in den Saal, wedelte mit bunten Prospekten und wußte sich mitten in seiner Zielgruppe. Hatten doch die GRÜNEN dem Syrien-Krieg mit ihrer Zustimmung zur Stationierung von deutschen Patriot-Raketen an der türkisch-syrischen Grenze eine weitere internationale Note gegeben. Dass im Verkaufsprospekt erwähnte "Gefahrenpotenzial terroristischer Angriffe" könnte der GRÜNEN Europa-Abgeordneten Rebecca Harms zusagen, die den Begriff des "Antiterror-Kampfes" der Kiewer Regierung für ihren Krieg gegen die Bevölkerung in der Osturlraine problemlos übernommen hat. Mit dem Unternehmen Diehl hätten die Kiewer dann nach dem Sieg über die "Terroristen" auch einen prima Partner zur sachgerechten Unterbringung der Gefangenen: In der Nazi-Zeit beschäftigte das Unternehmen jede Menge Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, die dem NSDAP-Mitglied Karl Diehl einst zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt wurden.

Ob die GRÜNEN sich auf der Party mit den Diehl-Leuten auch über die verpasste Umsatz-Chance im Libyen-Krieg unterhalten haben? Die GRÜNE Frontfrau Renate Künast attackierte damals die Enthaltung der Bundesregierung im Uno-Sicherheitsrat und lobte alternativ den "klugen Diplomaten Wolfgang Ischinger", der die jährliche Rüstungs-Messe, Münchner "Sicherheitskonferenz" genannt, leitet. Und der Spitzengrüne Cohn-Bendit sprach sich vehement für die "Flugverbots-Zone" über Libyen aus, in deren Ergebnis ein kaputtes Land und 50.000 Tote zu beklagen sind. Ob er wohl den Diehl-Prospekt gelesen hatte: "Derzeit sind Bundeswehrsoldaten an multi-nationalen Einsätzen beteiligt, um Konflikte zu verhüten, Krisen zu bewältigen und grenzüberschreitenden Terrorismus zu bekämpfen." Zwar hat der internationale Libyen-"Einsatz" nur mehr Terrorismus erzeugt, aber wer weiß, mit Diehl als Lieferant und den GRÜNEN an vorderster Front hätte alles vielleicht noch besser ausgehen können.

Niemand weiß genau, ob der grüne Europa-Abgeordnete Werner Schulz seine Schaum-vor-dem-Mund-Einlage bei Sandra Maischberger auf der Stallwächter-Party wiederholt hat. Dort hatte er den russischen Präsidenten Putin als "Verbrecher" bezeichnet, als "Aggressor" und "Kriegstreiber", der einen "expansiven Nationalismus" vertrete. Sorgenvoll wurde schon bei Diehl nachgedacht, ob denn die laufende Produktion für einen Krieg mit Russland ausreiche und um ein wenig Verschiebung des von Schulz offenkundig anvisierten Angriff-Termins gebeten. Alle, die an der GRÜNEN-Party teilgenommen haben, versichern, es sei eine Bombenstimmung gewesen, obwohl so mancher doch unter der Last neuer deutscher Verantwortung geächzt habe. Nur die Leute von Diehl waren nicht ganz zufrieden: "Wir stellen gar keine Bomben her, ja, wenn von einem `Feuerwerk der guten Laune´ die Rede gewesen wäre, dann hätten wir problemlos ein paar unserer Artillerie-Raketen beisteuern können.

Zuletzt bearbeitet am 30.07.14 00:10

29.07.14 10:03
dlaniar 

Administrator

Re: Grüne Politiker nicht Kriegstreiber aber Kriegsdulder

Zu diesem Artikel von Uli Gellermann hatte ich einen Beitrag geschrieben, der dort - mit persönlicher Begründung - nicht veröffentlicht wurde, den ich deshalb hier einstelle:

Danke für diesen Artikel!

Einstein hatte klar erkannt: „Man kann Probleme nicht lösen mit den Denkmustern, die zu ihnen geführt hatten.“



Ein Denkmuster, dass bei uns weit verbreitet ist (seit verdammt langer Zeit), ist, dass Menschen von Natur dumm seien und faul und nur durch Unterweisung auf den richtigen Weg gebracht werden könnten.

Aus diesem Glaubenssatz leitet Obrigkeit das Recht ab, Zwangsbeschulung zum Regelfall zu machen, der, wenn nicht befolgt, mit Polizeigewalt vollstreckt wird. In solcher Schule wird schließlich erreicht, dass viel zu viele Schüler sie verlassen, wie ihnen anfangs unterstellt wurde: Zu dumm und faul.

Dass dieses „Bildungssystem“ viel zu teuer und ineffizient ist, ficht so recht niemanden an. Die Analphabethenquote bei Schulabgängern ist entschieden zu hoch. Und wie Georg Schramm so zynisch bemerkte, brauchen wir ja auch jemand, der das Gammelfleisch isst.

Aber das betrifft ja nicht die Führungskräfte, aber auch deren Ausbildung ist nicht gut genug in unserem Schulsystem. Die Erziehung zum Einzelkämpfer (Konkurrenzprinzip) führt dazu, dass die soziale Kompetenz gerade auch der Führungskräfte zu wünschen übrig lässt, die häufig mehr oder weniger Narzissten sind, zwar sehr geschickt eingehen können auf andere Leute, aber in der Regel nur so weit, wie es ihren Interessen nutzt. Empathie mit den Menschen, die indirekt leiden durch ihre Entscheidungen, liegt nicht in ihrem Blickwinkel. Kriege können sie offensichtlich als notwendig erachten. Dass jeder Krieg ein Beitrag ist zur weiteren Eskalation und entsetzliches Elend erzeugt für alle Überlebenden, wird ausgeblendet. Sie sind ja scheinbar überzeugt davon, dass Kriege ein Mittel zu Sicherheit und Frieden sein könnten. Nachzuweisen, dass das wirklich auch „grüne“ Politiker betrifft, ist das Verdienst dieses Artikels.

Auch der fünfundvierzig-Minuten-Rhythmus ist schädlich. Er ist eingeführt worden in fürstlichen Kadettenanstalten im Barock zur Erziehung zum Untertan, zu etwas anderem taugt er auch kaum, Aber der wurde trotz aller Reformen an Staatsschulen weitgehend beibehalten. Ist ja auch so schrecklich schön, wie Kinder da abgebracht werden können von der Artikulation eigener Bedürfnisse. Wenn Kind tatsächlich mal Gefallen an einem Stoff gefunden hat, kommt nach fünfundvierzig Minuten ein anderer und sagt: „Mach dein Buch zu, du musst jetzt in meinem lesen.“ Nach dem Schellen dann der nächste und dann der übernächste. Das stumpft Selbstbestimmung ab, wenn nie gilt, was dich jetzt interessiert - wo kämen wir denn da hin?

Wer sich in solchem System nach oben geboxt hat, kann kaum zugeben, wie er sich verbiegen musste dafür. Wen wundert es dann, wenn solche Herren und Damen im internationalen Rahmen nach genau diesen Regeln funktionieren, die obgleich widerwärtig, doch „abendländisches Kulturerbe“ sind. Da werden dann Völker und Volksteile zu Bösen deklariert. Und daraus leiten sie das Recht ab, diese mit Waffen zu bekämpfen, denn es findet sich ja auch immer jemand, der die anderen mit Waffen versorgt, bestenfalls der eigene Geheimdienst. Dass aber gerade auch Spitzenleute der Grünen so funktionieren, und dass das hier kenntnisreich mitgeteilt wird, ist schon eine ganz besondere Delikatesse – Danke Uli!

Aber könnte es wirklich anders sein? Unser hierarchisch gegliedertes Parteien-System baut auf den „Tugenden“ auf, die in solcher Schule dank geheimer Lehrpläne verinnerlicht wurden. Anderen nach dem Maul reden und verbergen, was man wirklich fühlt. Ganz nach dem Talleyrand-Wort: „Worte sind dazu da, die Gedanken zu verbergen.“ Und Gefühle? So etwas wollen wir doch gar nicht erst einführen!

“In order to change an existing paradigm you do not struggle to try and change the problematic model. You create a new model and make the old one obsolete.” (R. Buckminster Fuller)

Da sind wir dann wieder bei Einsteins Gedanken. Und wir sind gefordert, die neuen Modelle zu entwickeln. – Jeder mit seinen Kindern, in Schule, Verwaltung, Justiz, Wirtschaft und Politik und in den Medien.

Zuletzt bearbeitet am 03.08.14 22:59

29.07.14 13:08
dlaniar 

Administrator

Re: Grüne Politiker nicht Kriegstreiber aber Kriegsdulder

Ich kann verstehen, dass ein Plädoyer für die Abschaffung der Schulpflicht nicht unbedingt zu einem Artikel über Verflechtungen von Rüstungsindustrie und grünen Politikern gehört.

Dennoch glaube ich, dass beides eine Menge miteinander zu tun hat und deshalb hier einen neuen Beitragsstrang verdient hat.

Ich füge zur Stützung meiner Gedanken in dem obigen Beitrag ein paar Zitate ein aus dem Buch: "Natural Born Learners" Hrsg. Beatrice Ekwa Ekoko & Carlo Ricci:

John Taylor Gatto:

"Schule ist eine höchst fragwürdige Praxis. (das schließt gute Schulen ebenso ein sowie schlechte). Es ist möglich, von Schule etwas zu profitieren, aber ich denke der Schaden, der angerichtet wird, ist immer viel größer als aller Gewinn, der möglich ist. In vielen, vielen Fällen kommt nicht viel Gutes heraus. Es ist einfach eine Methode der Wegsperrung."

Kommentar von mir: Nicht einmal eine billige Methode der Wegsperrung. Dass trotz Schule viele etwas lernen, sei unbestritten. Sie würden entschieden mehr lernen können ohne unser Schulsystem. Mein Kontakt zu "unschooled" Jugendlichen hat mich davon überzeugt. Die Schäden, die von unserem Schulsystem erzeugt werden, sind schlimm. Unser Schulsystem geht davon aus, dass Kinder faul und dumm wären und es ohne Schule auch blieben. Leider ist es so, dass unter dieser Grundvoraussetzung viel zu viele die Schule genau so verlassen, wie ihnen unterstellt wird: Faul und dumm. Die steigende Analphabeten-Quoten (in USA bei 30%) sind nur ein Teil. Schlimmer ist wohl der Mangel an Förderung sozialer Kompetenz in unserem Konkurrenz-System.

Matt Hern:
"Wir leben in einer Kultur die glaubt, Kinder könnten nichts lernen, ohne unterrichtet zu werden. Von der Idee kann man sich gar nicht leicht frei machen. Wenn Sie Kinder haben, ist das leicht zu sehen, dass niemand daran denken würde, ein ein Jahr altes Baby zu lehren, wie man spricht. Ein-jährige können sich die kompliziertesten Sprachen der Welt aus eigenem Antrieb erschließen. Sie benötigen keine Arbeitsmappen, sie brauchen niemanden, der dort sitzt und sie mit Argusaugen beobachtet und ihnen erzählt, wie sie Dinge tun sollen und vorgibt, sie zu unterrichten. Aber irgendwie, erwarten wir fünf Jahre später, dass Kinder unterrichtet werden müssen, wie man genau die gleiche Sprache liest, die zu sprechen sie sich vor vier Jahren selbst beigebracht hatten."
( . . . )
"Wenn Sie einen Kindertag nehmen, und ihn so intensiv mehr oder weniger willkürlich in kleine Ein-Stunden- Blöcke aufteilen, und verlangen, dass die Kinder von Thema zu Thema springen, passiert auf jeden Fall eins (und das ist bei der Entwicklung von Soldaten und gefügigen Arbeitern wirklich wichtig), dass Kinder die Fähigkeit verlieren, Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Denn nach dem Klang der Glocke musst du funktionieren dong „Jetzt haben wir Mathe“ dong „Jetzt haben wir Chemie“ und nicht dort sitzen, und zu fragen, "Warum mache ich das? Ich würde gern etwas anderes tun." Es ist wichtig für das Schulsystem, dass die Kinder nicht einmal anfangen, diese Frage zu stellen. Es geht darum in der Lage zu sein, der Obrigkeit zu folgen und von jetzt auf gleich zu reagieren - ohne zu fragen."


Zuletzt bearbeitet am 30.07.14 00:09

29.07.14 17:20
derda 
Re: Grüne Politiker als Kriegstreiber

Das solltest du aber erklären, warum ein Politiker, der seine Veranstaltung von Rüstungsfirmen sponsorn lässt, dann gleich ein Kriegstreiber ist.

30.07.14 00:07
dlaniar 

Administrator

Grüne Politiker als Kriegsdulder

@ derda

Du hast Recht, damit ist er ein Kriegsdulder.

Und damit wird seine angeblich pazifistische Haltung mehr als fragwürdig.

Ich habe auf Grund deines Einwands die Betreff-Zeilen geändert.

Zuletzt bearbeitet am 30.07.14 00:12

31.07.14 02:57
dlaniar 

Administrator

Re: Grüne Politiker nicht Kriegstreiber aber Kriegsdulder

Der eigentliche Grund für meinen Beitrag zu dem Artikel in der rationalgalerie, war auf den Zusammenhang hinzuweisen zwischen Zwangsschule und dem Verhalten von Politikern. Das ist aber wirklich besser aufgehoben unter "Bildung und Medien". Ich setze es deshalb dort auch noch einmal ein als "Schulzwang und Demokratie"

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